Interessante Australien Fakten und Daten: Wolltest du schon immer mal wissen, warum Australier so viel trinken oder wie sich Aussie Slang anhört? Dann findest du bei den 12 kuriosen Fakten deine Antwort. Wenn du übrigens die Reise deines Lebens nach Australien gewinnen willst, dann schaue mal bei diesem Gewinnspiel vorbei.

Als ich 20 Jahre alt war, kam meine Freundin Nicole von ihrem Jahr Work & Travel aus Australien zurück. Sie ging ein Jahr zuvor als kleine graue Maus – sorry Nicole – und kam als völlig anderer Mensch wieder.

Sie war braungebrannt, sorglos, selbstbewusst, nannte sich plötzlich Nici, trug einen Krokodilzahn um den Hals und erzählte Geschichten, wie sie nackt durch den Dschungel in Cape Tribulation lief und auf Booten in den Whitsunday Islands gearbeitet hat. Ihre Augen glühten, wenn sie von Australien sprach, als hätte sie den Heiligen Gral entdeckt. Sie schwärmte so viel von dem riesigen Land am anderen Ende Welt, dass für mich schnell der Entschluss fest stand, dass ich das auch erleben will.

Und ein paar Jahre später machte ich meinen Traum wahr. Auf meinem Roadtrip quer durch Australien traf ich unzählige interessante Menschen, die sich zu Fuß, auf Rädern, Einrädern oder im Rückwärtsgang aufgemacht hatten, die Welt zu verändern, und zuerst aber das Nullarbor Plain überqueren wollten – dir rund 1200 Kilometer Strecke Niemandsland, die von South Australia nach Western Australia führen und so ungefähr das Abgelegenste und Schönste ist, was du jemals zu sehen bekommst. Der Surf dort ist ein Traum, wenn du mutig genug bist ins Haiverseuchte Wasser zu steigen. Ebenso sind Fotos vor dem Schild der 146,6 Kilometer langen, schnurgeraden Autostrecke ein Muss.

Seitdem ich wieder in Deutschland lebe, höre ich leider nur noch wenig von Australien und in den Nachrichten schon gar nicht. Das Land ist einfach dermaßen weit weg, sicher und gut gelaunt, dass es nicht auf dem internationalen Radar der Presse zu sein scheint. Und das ist auch gut so, ohnehin zieht es jedes Jahr Hunderttausende, die es besser wissen, nach down under. Und neben den gängigen Klischees wie gut gelaunten Aussies, Crocodile Dundee und sexy Surfern, gehe ich jede Wette ein, dass du einige Dinge noch nicht über Australien gewusst hast.

Was meinst du, welche skurrilen Fakten über den riesigen roten Kontinent hörst du heute zum ersten Mal?

12 lustige Australien Fakten

1. Australiens leeres Landesinnere

Australien Fakten Ulruru
Australien ist das sechstgrößte Land der Erde, allerdings leben dort gerade einmal 22,8 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Deutschland passt größentechnisch 21 Mal in Australien hinein und hat viermal so viele Einwohner.
Von den rund 23 Millionen Australiern leben rund 85% nicht weiter als 50 Kilometer von der Küste entfernt. Damit ist das Landesinnere weitgehend unbevölkert. Auf einer Fahrt durch Australien wirst du somit die meiste Zeit einsame und menschenleere Straßen befahren und deine Ruhe haben.

2. Aussies leben in unterirdischen Höhlen

Australien Cooper Peddy (c) Happybackpacker
Okay, ich gebe zu, die meisten Australier leben in den Großstädten an der Küste und führen damit einen urbanen Lebensstil wie wir in Europa – allerdings mit deutlich schönerem Wetter. Doch mitten in der kargen Wüste von South Australia in Coober Pedy lebt ein ganzes Dorf in unterirdischen Höhlen. Denn im Jahr 1911 wurden im Ort Opale gefunden und seitdem zieht es Glückssucher aus aller Welt in dieses Kaff. Die Aboriginies konnten sich wahrscheinlich keinen Reim daraus machen, warum sich Menschen freiwillig in der unwirklichen Wüstenlandschaft ansiedeln würden und tauften den Ort „Weißer Mann im Loch“ – Coober Pedy eben.

Immerhin wird es in den Sommermonaten extrem heiß, Temperaturen über 45 Grad sind keine Seltenheit. Dank dieser hohen Temperaturen und den vielen stillgelegten Minenschächten fingen die Menschen an, sich in den Erdlöchern einzurichten und schafften in ihren Häusern somit ganzjährig angenehme Temperaturen. Es gibt unterirdische Hostels, Kirchen, ja ganze Häuser, die auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig sind, aber nach einiger Zeit anfängt zu mögen.

Obwohl ich auf den verlassenen Straßen kaum eine Menschenseele sah und hellbraune Schuttberge das Stadtbild oberhalb der Erde dominierten, mochte ich die Stadt und seine teilweise wirklich skurrilen Einwohner. Tagelöhner, Glücksritter auf der Jagd nach dem großen Fang und Menschen mit Schlafproblemen. Ein einmaliger Mix an besonderen Menschen mit faszinierenden Menschen. Robert aus Melbourne zum Beispiel ist vor Jahren nach Coober Pedy gezogen, aber nicht um Opale zu finden, sondern Musik aus ausgetrockneten Wasserhähnen zu erschaffen. Kein Wunder dass viele Wüstenszenen im Endzeitfilm „Mad Max“ gefilmt wurden.

3. Premierminister verschwinden einfach so

Stelle dir mal vor, Angela Merkel will an ihrem Wochenende einmal so richtig ausspanen, geht eine Runde schwimmen und kommt einfach nicht mehr zurück. Und niemand merkt es! Richtig – klingt unvorstellbar. Wie kann denn einfach so ein Mensch verschwinden, aber genau das ist in Australien am 17. Dezember 1967 passiert. Um sein Verschwinden ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien, aber man geht davon aus, dass ihm eine unberechenbare Strömung zum Verhängnis wurde. Und dadurch dass Australien so riesig ist, hat man den armen Harold eben nie gefunden.

4. Sie denken sich niedliche Ortsnamen aus

„Nowhere Else“, „Tom Ugly“, „Tittybong“, „Woolloomooloo oder „Mount Disappointment“. Vielleicht waren die Siedler mit der Namensgebung von Ortsnamen ein wenig überfordert oder vielleicht hatten auch schon die frühen Siedler einen unvergleichlichen Sinn für Humor, den sich die Australier bis heute bewahrt haben. Andere Namen dagegen lassen sich auf die Sprache der Aboriginie zurückführen, so heißt die Stadt „Ozenkadnook“ übersetzt „sehr fettes Känguru“.

5. Sie spielen gerne verrückte Spiele

Schon mal in einem ausgetrockneten Flussbett Boot gefahren? Oder beim Plumpsklo-Rennen das Plumpsklo plus Benutzer getragen? Die liebenswerten Aussies haben eine Menge außergewöhnlicher Hobbies und das Austragen skurriler Wettbewerbe gehört definitiv dazu. Da gibt es zum Beispiel das alljährliche „Australian Dunny Derby“ in Winton in Queensland oder die Henley-On-Todd Regatta in Alice Springs. Dort gibt es wegen der großen Trockenheit kaum Wasser, weswegen die einzelnen Teams ihre Boote barfüßig durch ein ausgetrocknetes Flussbett tragen.

6. Sie bringen ihren eigenen Alkohol in Restaurants

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Obwohl die meisten Aussies einem ordentlichen Drink nicht abgeneigt sind, führen die meisten Restaurants keinen Alkohol auf ihrer Karte. Sie müssen in Australien eine zusätzliche Konzession zahlen, um ihren Gästen Alkohol ausschenken zu dürfen. Die meisten Restaurants regeln dieses Gesetz, in dem sie „BYO- Bring Your Own“ eingeführt haben. Das bedeutet, dass die Gäste ihren eigenen Wein oder Bier mitbringen müssen, wenn sie Alkohol trinken wollen. Der wird dann vom Kellner entkorkt und serviert. Achte auf das Schild am Eingang und kaufe dir dann den Wein in sogenannten Bottle Shops, da Supermärkte keinen Alkohol führen dürfen.

Wenn du das ein oder andere Bier mit Freunden in einem Park oder am Strand kippen möchtest, solltest du es definitiv den Australiern nachmachen und deine Flasche entweder in braune Papiertüten einwickeln, die du im Liquor Store erhältst oder aber, und das ist wohl die beste Lösung, schüttest du den Alkohol in eine Wasser- oder Saftflasche um. Das machen die meisten Australier, wenn sie an den Strand gehen und ist so gut wie sicher.

7. Aussies feiern Weihnachten im Juli

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Die meisten Australier haben europäische Vorfahren und sind daher Truthahnbraten und anders deftiges Essen zu Weihnachten gewohnt. So ein Braten verdaut sich bei hochsommerlichen Temperaturen im Dezember allerdings schlecht und deswegen haben die Australier kurzerhand ihr „Christmas in July“ erfunden, dem australischen Winter eben. Viele zelebrieren das Event groß, fahren in die Berge wie die Blue Mountains, setzen sich Weihnachtsmannmützen auf, backen Plätzchen und essen zu viel. Natürlich feiern die Aussies Weihnachten ganz traditionell auch im Dezember, aber am Pool und Strand und mit geschmückten Palmen kommt eben keine richtige Weihnachtsstimmung auf.

8. Sie lieben ihre langen Wochenenden

Australier sind wahre Meister beim Reisen und Blaumachen. Sie haben die Einstellung, dass Arbeit eben eine nötige Pflicht ist, aber sicherlich nur kurz ihre vielen Freizeitaktivitäten unterbricht. Dementsprechend lieben sie auch ihre langen Wochenenden, und nutzen jede Gelegenheit, diese mit Kurzreisen, Camping oder Grillpartys zu verbringen.

Fällt Weihnachten, Anzac Day oder ein sonstiger Feiertag auf ein Wochenende, dann erhalten die Australier einen extra Feiertag am Montag. God bless Australia!

9. Ihr Steuerjahr beginnt mitten im Jahr

Überhaupt wissen die Australier die angenehmen Dinge im Leben sehr zu schätzen und stressen sich nicht zu sehr. Das ist wohl auch ein Grund, warum in Australien das neue Steuerjahr jeweils am 1. Juli beginnt, denn von Dezember bis März sind die Aussies zu sehr mit Urlaub, Wassersport und Barbies beschäftigt, um sich um Steuererklärungen zu kümmern.

10. Aussies leiden an Vitamin-D-Mangel

Vitamin D wird durch Sonneneinstrahlung vom Körper produziert und in Australien scheint eigentlich das ganze Jahr über die Sonne. Trotzdem soll mehr als die Hälfte aller Australier an einem Vitamin-D-Mangel leiden, da sie nur selten ohne Sonnenschutz das Haus verlassen. Schon kleine Kinder lernen „Slip, slop & slap“ in der Schule, dass sie nicht das Haus verlassen sollen ohne Sonnenschutz, Hut und langer Bekleidung.

11. Sie verschicken Postkarten ohne Porto

Ich dachte immer, es handelt sich um eine „urban myth“, aber ein paar Backpacker haben mir erzählt, dass sie Postkarten ohne Porto nach Hause geschickt hätten und diese tatsächlich auch angekommen seien. Angeblich kann man nämlich aufgrund einer alten Regelung aus dem Zweiten Weltkrieg Feldpost unfrankiert nach Deutschland schicken.

Probiere es einfach mal aus, aber vergiss dabei nicht, eine kostenlose Airmail Marke vom Postamt draufzukleben.

12. Du merkst, dass australischer Slang nichts mit Englisch zu tun hat

Als ich in Australien das erste Mal ankam, dachte ich, dass mein Englisch ziemlich gut ist, immerhin habe ich in England studiert. Doch schon bei der Ankunft hatte ich Schwierigkeiten, die australische Umgangssprache zu verstehen. Australier verschlucken gerne Buchstaben und ganze Silben und kürzen alles ab, was mehr als zwei Silben besitzt. Oder kreieren ihre ganz eigene Sprache aus neuen Wörtern, die ich so noch nie im Englischen gehört habe. Aus einer jungen Frau wird „sheila“ und aus einem Man „bloke“ oder „mate“. Du trinkst am „arvo“ einen „cuppa“ und bist „aggro“, weil es keine „lollis“ mehr gibt. Mit „thongs“ und „sunnies“ läufst du zum Strand, fightest die „mozzys“ und rufst auf Arbeit an, um einen „sickie“ einzuwerfen. Dort heißt es nur: „She’ll be right!“ Wer „she“ ist, konnte mir bis heute kein Aussie erklären.

Na, hast du alle Australien Fakten verstanden? Fehlt noch etwas?