Tofo ist kein vegetarischer Fleischersatz sondern ein idyllisches Dort am Indischen Ozean in Mosambik. Ich lebe dort seit einem Monat meinen Traum und arbeite als Divemaster in Training. Wenn du ausführlichere Infos über die Ausbildung zum Divemaster suchst, findest du in den kommenden Wochen hier auf meinem Blog einen Post dazu.

Ich bin jetzt seit einem Monat unterwegs und kann nicht glauben, wie relativ die Zeit für mich geworden ist. Die erste Woche im neuen Land mit neuen Menschen und so vielen neuen Eindrücken erschlug mich fast – so wie eigentlich jedes Mal auf Reisen. Ich hatte den Eindruck, die Tage würden sich genauso endlos lange dahinziehen wie damals als Kind das Warten auf den Weihnachtsmann an Heiligabend. Nur dass ich dieses Mal keine Geschenke bekommen würde sondern gleich vom ersten Tag an, mein Training als Divemaster begonnen hatte.

Ich flog also Ende Februar von Berlin nach Frankfurt nach Addis Abeba nach Maputo nach Inhambane, der Hauptstdat der gleichnamigen Provinz. Von dort ging es mit dem Taxi weiter nach Tofo, meiner Endstation. Ich muss dazu schreiben, dass mich Tofo schon seit Jahren magisch angezogen hat. Bereits 2014 wollte ich dort meinen Divemaster machen, nachdem mir ein Freund aus Australien von der relaxten Atmosphäre im Ort und der berühmten Unterwasserwelt mit seinen Walhaien und Mantarochen vorgeschwärmt hat. Und trotzdem hatte ich immer großen Respekt vor Mosambik und stellte mir alle möglichen Schreckensszenarien vor, die ich aus den Medien über Afrika finden konnte.

Überhaupt stellen die deutschen Nachrichten Afrika dar, als sei es ein Kontinent des Schreckens: Ein Ort mit zu vielen Malaria-Toten, Cholera- und Aidsepidemien, Krieg und Hunger. Aus dem die meisten Menschen flüchten wollen, um uns im reichen Europa die Haare vom Kopf zu fressen. Und was wurde ich nicht vor meiner Reise alles gewarnt, was einer alleinreisenden Frau in Afrika passieren könnte. Nachdem ich mich 2014 schon aus meinem Vorhaben heraus argumentieren ließ, war ich fest entschlossen, mich dieses Jahr durch nichts beirren zu lassen und mir selber ein Urteil zu bilden.

Gesagt getan und da saß ich nun im idyllischen Tofo am Indischen Ozean. Das winzig kleine Dörfchen scheint ein El Dorado für Afrika-Fans aus aller Welt zu sein. Anfangs dachte ich noch, ich sei einige der wenigen zu sein, die die glorreiche Idee hatten, dort Halt zu machen. Aber schnell bemerkte ich, dass ich gar nicht so besonders bin und dass Tofo eigentlich fast nur aus Touristen und Einheimischen, die sich um die Touris kümmern, besteht. Dadurch erscheint der Ort seltsam entrückt vom restlichen Mosambik: Du befindest dich viele tausende Kilometer von Europa entfernt an einem Traumstrand, und trotzdem hörst du deine vertraute Muttersprache an jeder Ecke. Ich wurde selbst schon von Einheimischen angesprochen, warum wir Deutschen in Scharen hier in Tofo einfallen würden. Was ich ziemlich ironisch fand angesichts der umgedrehten Flüchtlingsproblematik.

Schweres Ankommen in Tofo

Tofo Mosambik
Nichtsdestotrotz werde ich ehrlich mit euch sein: Ich fand die ersten Wochen in Tofo ziemlich hart. So schön der Strand, das Wasser und Surfen ist, so schwer fiel mir die Eingewöhnung an ein neues Leben mit vielen unbekannten Menschen und Ritualen.

Da war zunächst die körperlich harte Arbeit im Tauchshop. Vom ersten Tag an arbeitete ich bei Peri Peri Divers als Divemaster in Training. Ich gönnte mir keine Eingewöhnungszeit und war sofort vollwertiges Mitglied der Crew. Als Teil des Trainings wird von mir erwartet, jeden Morgen 6:45 auf der Matte zu stehen, das Equipment für die Taucher zusammenschrauben und zum Auto zu tragen, dann auf ein Schlauchboot zu verfrachten, um anschließend das Boot vom Strand aus durch starken Wellengang ins offene Meer zu schieben. Ein bis zwei Tauchgänge später das Ganze dann in umgekehrter Reihenfolge wieder zum Shop schleppen.

Klingt alles sehr aufregend, und war es auch: Ich war höllisch überfordert. Als jahrelanger Sesselpupser rebellierte mein Körper schnell und tat an Stellen weh, an denen ich noch nicht einmal geahnt hatte, dass sich dort Muskeln befinden würden. Ich versuchte so gut es ging, dem Shop eine Hilfe zu sein, doch gerade in der ersten Woche stand ich eigentlich die meiste Zeit im Weg.

Ein weiteres Problem für mich war anfangs die hohe Fluktuation der Bewohner Tofos. Ich lernte jeden Tag zwei Dutzend Reisende kennen, mit denen ich tauchen ging und war abends oftmals so fertig, dass ich schon acht Uhr im Bett lag. Da blieb nicht mehr viel Zeit, neue Freunde kennenzulernen. Und wenn man so wie ich seine Kraft aus dem Alleinsein schöpft, dann kannst du dir vorstellen, dass ich abends nach einem turbulenten Tag im Tauchshop keine Lust mehr auf Smalltalk hatte. Dementsprechend fiel das Vorhaben mit dem Anschlussfinden und Teil einer kleinen Community zu werden schwerer als ursprünglich gedacht.

Viele der „Alteingesessenen“ in Tofo schienen zudem recht abweisend. Darauf angesprochen erklärten sie mir, dass sie schon unzählige Menschen kommen und gehen gesehen hätten und keine Lust mehr, sich ständig von neuen Freunden verabschieden zu müssen.

Und viele der Durchreisenden waren mir zu jung. Nett ja, aber es fehlten die Gesprächsthemen. Wenn du Jahrgang 1981 bist und jemand ist 15 Jahre jünger als du, macht das einen Unterschied für mich in den meisten Fällen, auch wenn mir noch so oft gesagt wird, dass Alter nur eine Zahl sei. Immerhin liegt da fast eine Generation dazwischen!

Und dann sind da noch die Einheimischen… Meine Kollegen aus dem Peri Peri Shop sind alle Anfang 20 und wahnsinnig lieb, erscheinen mir aber noch sehr kindlich mit ihrer Vorliebe für Cartoons und den vielen Liebeleien. Ein junger Mann, der 14 Jahre jünger als ich, hat mir sogar durch seinen Kumpel ausrichten lassen, das er sich in mich verliebt hätte und wie ich dazu stehe würde. Das letzte Mal in meinem Leben erhielt ich so ein Angebot als ich selber 15 war. Trotzdem mochte ich meine einheimischen Kollegen sofort. Hilfsbereit, unterstützend und liebevoll kümmerten sie sich genauso gut um die Gäste wie um mich und sorgten dafür, dass ich mich schnell wohl fühlte.

Warum Tofo an Alice im Wunderland erinnert

Tofo
Mittlerweile lebe ich seit einem Monat in Tofo, und habe mich langsam aber heftig in den Ort verliebt. Ich verstehe jetzt, warum so viele Durchreisende, die ursprünglich nur ein paar Wochen bleiben wollten, nicht mehr aus diesem Ort los kamen. Tofo ist wie die verrückte Welt aus Alice im Wunderland: Zuerst kommt dir alles seltsam wie aus einer anderen Welt vor, und langsam merkst du wie diese Welt dich verschlingt und vereinnahmt und wie gut dir der Ort tut. Du fragst dich, wie du dich jemals in einer großen europäischen Stadt wohl fühlen konntest.

Selbst meine auf meiner offenen Veranda mit dem Blick aufs Meer verbachten Abende sind so unglaublich intensiv und gleichzeitig entspannend für meine Seele, dass ich gerade überlege, ob ich vielleicht meine Endstation gefunden habe.

Das musst du unbedingt in Tofo erlebt haben

Tofo Walhai (c) Anna Flam
Tofo ist weltberühmt für seine beeindruckende Megafauna. Es gibt nur wenige Orte auf dieser Welt, an denen Walhaie und riesige Mantarochen – bis zu 9 Meter große! – derart regelmäßig gesichtet werden wie hier. Im Meer vor Tofo treffen wohl Meeresströmungen aufeinander, die viel Plankton antreiben, einer Delikatesse von Walhaien und Rochen. Deswegen gehört das Schnorcheln und Tauchen zum Highlight während eines Aufenthaltes in Tofo.

✓ Ocean Safari: Zwei Stunden schippern wir am Ufer von Tofo entlang und suchen Walhaie, Delfine, Meeresschildkröten und Mantarochen. Werden die Tiere gesichtet, ziehen wir unser Schnorchelgear an und gleiten ins Wasser, um mit den Riesen zu schnorcheln. Viele der Walhaie und Mantas sind ziemlich neugierig und erkunden uns seltsam anmutende Wesen mit viel Interesse und Geduld. Die Tauchschulen passen dabei auf, dass nie mehr al 15 Mann im Wasser sind, um die Tiere nicht zu verschrecken.

✓ Tauchen: Ein absolutes Mustdo in Tofo! Haie, Rochen, Schildkröten, Walhaie und noch so viel mehr wird dich für ein Taucherleben verwöhnen.
Wenn du dich beeilst und noch bis Ende Juni vorbeikommst, kannst du sogar mit mir im Peri Peri Diveshop tauchen und schnorcheln!

✓ Surfen: Die Bucht vor Tofo bietet eine kleine, nette Anfängerwelle. Das zehn Minuten entfernte Tofhino ist dagegen nur etwas für Profis, da die Welle am besten bei Ebbe gesurft wird. Und da stechen besonders viele scharfe Felsen aus dem Wasser hervor. Du solltest also nicht so oft von Brett fallen.

✓ Dhowfahrt in Barra: Nur ein paar Kilometer nördlich von Tofo liegt Barra mit einer wunderbaren Lagune. Eine Fahrt localstyle wie die einheimischen Fischer ist der Hammer und bringt dich tiefenentspannt durch den Tag.

Wo kann ich ausgehen?

Tofo ist klein und überschaubar und besteht eigentlich nur aus einem Strand und ein paar Straßen, die davon wegführen. Direkt am Strand findest du den Markt, auf dem du fangfrischen Fisch, Obst und Gemüse sowie Klarmotten kaufen kannst. Und abends wird dort gefeiert als gäbe es kein Morgen. Dort stehen nur ein paar Holzbuden, aber das günstige Bier zieht fast jeden Abend die Touris und Einheimischen gleichermaßen an. Daneben gibt es einige feste Größen in Tofo, die über die Woche verteilt Life-Musik und gutes Essen anbieten:

✓ Tofo Tofo: : Jeden Dienstag veranstaltet das Restaurant ein leckeres Buffet (350 M) und es gibt Life-Musik

✓ SUMI: : Extrem gutes Sushi zu europäischen Preisen. Jeden Donnerstag Life-Musik.

✓ Mozambeat: : DER Party-Tempel in Tofo. Es gibt DJs, Karaoke-Nights und viele Feiern.

✓ Casa Barry und Casa Na Praia: : Beide Restaurants liegen direkt am Strand und sind zwar etwas teurer, aber die Lage bei Sonnenuntergang ist einfach unschlagbar.

✓ Brankos: Die beste Pizza in town – zu rund 300 M.

✓ Dathonga: : Jeden Sonntag veranstaltet Dathonga afrikanische Tänze und wird rammelvoll.

Ist Tofo und Mosambik sicher?

Tofo Mosambik
Ganz einfach: Absolut ja! Die Einheimischen sind wahnsinnig lieb, entspannt und sehr hilfsbereit. Ich gehe abends im Dunkeln alleine durchs Dorf, liege am Strand, bewege mich eigentlich nicht anders als in Deutschland und wenn überhaupt werde ich nur von kleinen Beach Boys angesprochen, die mir etwas verkaufen wollen oder besorgte Einheimische, die mir einen Ehemann besorgen wollen.

Glaube nicht alle Schreckensnachrichten, die dir in Europa über Afrika eingebläut werden. Mosambik ist ein sicheres Reiseland und gerade Tofo mit seinen vielen Touristen und seiner entspannten Atmosphäre.

Welche Impfungen brauche ich in Mosambik?

Am besten frischst du alle gängigen Reiseimpfungen wie Polio, Diptherie, Keuchhusten und Tetanus auf. Daneben habe ich mich noch gegen diese Krankheiten impfen lassen, denn Gesundheit ist mir das Wichtigste:

✓ Gelbfieber: Daneben brauchst du eine Gelbfieberimpfung, die du bei der Einreise auch nachweisen musst.

✓ Malaria: Malaria ist eine ganz wichtige Impfung, da ganz Mosambik als Hochrisiko-Land für Malaria gilt. Ich nehme seit Wochen Lariam und habe keine Probleme, auch wenn die Ärzte dir einreden wollen, dass es zu psychischen Problemen führen kann.

✓ Hepatitis

✓ Tollwut

✓ Cholera und ETEC: Im Moment gibt es zwar keine Fälle in Mosambik, aber ich habe einen sehr empfindlichen Magen und wollte sicher gehen.

Transport nach Tofo

Tofo Mosambik
Zwischen Mosambiks Hauptstadt Maputo und Tofo verkehren regelmäßig Busse und Chappas – das sind kleine Vans – hin und her. Da es viele Polizeikontrollen gibt und die Straßen nicht im besten Zustand dauert die Fahrt ungefähr neun Stunden. Alternativ kannst du mit LAM Mozambique bequem in weniger als einer Stunde nach Inhambane fliegen. Preislich bist du mit rund 70 Euro dabei, wenn du früh genug buchst.

✓ Taxi Tofo – Inhambane: 1000 Meticais

✓ Bus Inhambane – Maputo mit Etrago: 700 Meticais (fährt 5 Uhr und 10 Uhr morgens)

✓ Chappa Tofo – Maputo: 1000 Metcais (fährt 4 Uhr morgens vorm Fatimas Backpackers ab)

tours2moz bietet Direktfahrten von Tofo nach Johannesburg und zurück an (900 R= 60 Euro)

Das muss du unbedingt in Mosambik probiert haben

Selten habe ich so günstig und gut auf meinen Reisen gegessen. Überall wird frisches Obst und Gemüse verkauft, und besonders auf dem Markt gibt es viel im Angebot für wenig Geld. Dort kannst du dich auch für weniger als einen Euro so richtig satt essen. Probiere unbedingt Matapa aus, dem Nationalgericht schlechthin, das ein bisschen wie Spinat schmeckt und aussieht.

✓ Matapa: 50 Meticais

✓ Ortiliza: 50 Meticais

✓ 1 Staude Bananen: 50 Meticais

Umrechnungskurs Meticais Euro

Für alle noch mal zur Erinnerung wie günstig das Leben in Tofo ist: Ein Euro sind umgerechnet 76 Meticais (Stand März 2018).

Für deine Reise empfehle ich Dir die Gratis-DKB Kreditkarte, mit der Du weltweit Geld abheben kannst – völlig umsonst!