In Tofo erzählt man sich, wer einmal in Tofo tauchen gewesen wäre, der könne überall tauchen. Nicht nur sind die Wetterbedingungen am Indischen Ozean ziemlich rau und erfordert einiges an Können. Vielmehr haut dich die riesige Megaufauna um: Gigantische Walhaie, bis zu neun Meter lange Giant Mantas, Delfine, Buckewale – jeder Tag war ein neues Geschenk an Taucher und Schnorchler aus aller Welt. Und für mich die beste Entscheidung meines Lebens, meinen Divemaster in Tofo zu machen.

„Schau nach unten“, rief mir Sinda zu. Die quirlige Mosambikanerin war stets gut drauf und schnorchelte genauso wie ein junger Fisch schwamm. Zwischen zwei Tauchgängen schipperte unser Schlauchboot die Küste vor Tofo auf und ab, als sie und der Skipper Neo einen grauen Schatten an der Wasseroberfläche sahen. Wir Gäste konnten zwar noch gar nichts erkennen, aber streiften uns trotzdem unsere Schwimmflossen über und setzten unsere Tauchmasken auf.

Neo gab ein Zeichen und Sinda sprang mit uns anderen ins Wasser. Nichts kann dich darauf vorbereiten, einem riesigen Walhai in die Augen zu blicken. Der sanfte Gigant befand sich direkt vor mir keine fünf Meter entfernt, und voller Angst und Respekt versuchte ich, in die andere Richtung abzuschwimmen. Sein Maul war weit geöffnet, und ich spürte den Sog an meinen Arm. Zumindest fühlte es sich so an. Walhaie saugen nämlich das Wasser aktiv an, um Plankton und andere Kleinstlebewesen aus dem Meer zu filtrieren und pressen das Wasser durch ihre Kiemen. Dadurch ist der Walhai für uns Menschen komplett ungefährlich.

Das wusste ich zwar auch, trotzdem spürte ich Angst und Aufregung in mir. Schließlich war ich den sanften Riesen noch nie in meinem Leben so nahe gekommen. Wie ich während meines Divemaster Trainings bei PERI PERI Divers in Tofo schnell lernte, ist ein Sicherheitsabstand von rund fünf Metern enorm wichtig. Immerhin kann die Haut eines ausgewachsenen Walhais bis zu 15 Zentimeter dick werden und ist schmirgelt wie Sandpapier. Das abzubekommen kann weh tun.

Tofo Tauchen Mosambik

Tofo Tauchen Mosambik Walhai

Sobald ich einen beruhigenden Sicherheitsabstand von rund fünf Metern zwischen mir und den Walhai etablieren konnte, entkrampfte ich mich und beobachtete ihn in seiner ganzen Schönheit. Die auffällige Musterung von weißen Flecken auf grauer Haut schimmerte an der Wasseroberfläche. Er schwamm majestätisch an mir vorbei und schien sich in keinster Weise an meiner Anwesenheit zu stören. Im Gegenteil. Ruhig zog er seine Bahnen und schien mich neugierig zu mustern. Er schien genauso fasziniert von mir wie ich von ihm. Lange schwamm er mit geöffnetem Mund in meine Richtung. Und ich drehte immer wieder ab und beeilte mich, mit seinem Tempo Schritt zu halten. Denn Walhaie sind trotz ihrer Größe recht agil und können beeindruckende Geschwindigkeiten erreichen.

Tofo ist ein Paradies für junge männliche Walhaie, da in den Gewässern der Küste vor Mosambik planktonreiches kälteres Auftriebswasser auf eine warme Meeresströmung trifft. Das ganze Jahr über tummeln sich die Jungtiere vor Tofos Küste entlang und nutzen das nährstoffreiche Gewässer, um in Ruhe Kraft zu tanken und zu wachsen. Niemand weiß jedoch, wohin die Walhaie in der Zwischenzeit verschwinden und wo sie die meiste Zeit ihres Lebens verbringen. Sie sind gewissermaßen ein weißer Fleck auf der Landkarte der Meeresbiologie.

 

Die bunte Unterwasserwelt von Tofo

Tofo tauchen Leopardenhai
In Tofo gibt es fast jeden Abend sogenannte Marine-Talks, auf denen Marinebiologen über ihre Arbeit in den Freiwilligenorganisationen wie Marine Megafauna und All Out Africa sprechen und jeden Abend ein anderes Lebewesen unter Wasser vorstellen. Das ist eine sinnvolle Ergänzung zum Tag auf dem Meer.

Nachdem ich mit unzähligen Walhaien, Mantarochen, Leopardenhaien oder Delfinen tauchen und schnorcheln war, begann ich mich ernsthaft für die Biologie dieser faszinierenden Tiere zu interessieren. Meine einstige Biologielehrerin wird es sicherlich kaum fassen können, aber viele Kunden fragten immer wieder nach, wie Walhaie leben oder warum Mantas ihre Luftsprünge machen.

Montags werden die Mantas in der Dathonga Bar vorgestellt

Mittwochs die Walhaie im Tofo Hotel

Freitags immer unterschiedliche Tiere in der Casa de Comer

 

Tofo ist bekannt für seine Megafauna

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Eines muss man zum Tauchen in Tofo wissen: Wer farbenfrohe Korallenriffe und gemütlich-bequeme Tauchgänge sucht, bei denen einem das Equipment ins seichte Wasser gereicht wird, ist in Tofo fehl am Platz. Die meisten Tauchspots an sich sind nichts Besonderes und bestehen eigentlich nur aus ein paar Felsen, Durchbrüchen und einigen wenigen bunten Korallen. Riesige bunte Korallenfischschwärme sind genauso selten.

Nach Tofo kommst du ohnehin nicht wegen der Kleinstlebewesen sondern wegen der atemberaubenden Megaufauna: Walhaie und Delfine habe ich in vier Monaten fast täglich beobachten können. Darüber hinaus ist Tofo eine der ganz wenigen Orte der Welt, an denen Reef und die bis zu neun Meter großen Giant Mantas gemeinsam vorkommen.

 

Tauchen in Tofo nichts für schwache Nerven

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In Tofo werfen die Tauchboote keinen Anker aus, sondern der Dive Leader schwimmt voran mit einer Boje in der Hand und gibt den Weg an. Die Tauchgruppe folgt ihm so schnell es geht; ebenso der Skipper an der Wasseroberfläche. Die Strömung ist viel zu stark und der Tauchspot oftmals viel zu tief, um einen Anker auszuwerfen. Daher wird in Tofo per „negativem Entry“ ins Wasser gegangen. Das bedeutet, dass du die Luft komplett aus deiner Tarierweste hinaus lässt und dann nach hintern per Backroll ins Wasser rollst und sofort mit ein paar kräftigen Beinschlägen kopfüber nach unten schwimmst. Je schneller desto besser. Viele ungeübte Taucher bekommen dabei gerne Panik und machen alles Mögliche, nur nicht das was sie sollen. Aber dafür hatten wir immer einen zweiten Divemaster dabei, der sich um die Schäfchen kümmerte.

Daneben ist die Anfahrt an sich schon ein Abenteuer. Die kleinen roten Schlauchboote werden mit einem Traktor in das Wasser gelassen und dann per Hand von uns und mit Hilfe der Kunden solange ins Wasser gezogen bis der Skipper den Motor ins Wasser lassen konnte. Anschließend durften alle auf Kommando ins Boot hüpfen und mussten sich gut festhalten, bis der Skipper das Boot durch die teilweise hohe Brandung manövriert hatte. Selten in meinem Leben habe ich so viele seekranke Menschen auf einem Haufen gesehen. Fünf bis sechs grün angelaufenen Gesichter waren keine Seltenheit, die darum bettelten wieder an Land zu dürfen.

Mein Tipp: Unbedingt die Tabletten gegen Seekrankheit VOR dem Tauchen einwerfen. Die meisten Tauchschulen verkaufen diese ebenfalls.

 

Tofo Tauchen: Manta Reef

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Meine beiden Lieblingsspots in Tofo sind Manta Reef und Marble Arch. Bei beiden Tauchspots sind die Namen Programm. Manta Reef ist für sein farbenfrohes Riff bekannt, und ein Potatoe Grouper hängt dort mindestens immer ab und lässt sich bereitwillig fotografieren. Die Fahrt dorthin ist recht abenteuerlich und dauert rund 30 – 40 Minuten je nach Wellengang in Richtung Süden. Am besten erkundest du Manta Reef innerhalb eines Doppeltauchgangs. Dann hast du während deiner Pause zwischen den Tauchgängen genügend Zeit, mit Mantas und Walhaien nahe Praia de Rocha zu schnorcheln.

✓ Tiefe: Rund 20 – 25 Meter

✓ Anspruch: Mittel

✓ Kosten: 50 US-Dollar inklusive deiner Tauchausrüstung

 

Tofo Tauchen: Marble Arch

Marble Arch ist ein leichter Anfänger-Tauchspot mit einem wunderschönen Felsenbogen, durch den durch geschwommen werden kann. Die Felsformationen sind sehr schön und hinter dem Durchbruch kannst du mit ein wenig Suchen und Fantasie ein kleines Herz aus dem Felsen ausmachen.

✓ Tiefe: Rund 18 Meter

✓ Anspruch: Leicht

✓ Kosten: 50 US-Dollar inklusive deiner Tauchausrüstung

 

Tofo Tauchen: Giants

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Giants ist dafür bekannt, dass Mantas dort die Cleaning Station benutzen, um sich von sogenannten Säuberungskolonnen säubern zu lassen. Dazu cruisen sie im Tauchspot entlang und die Cleaning Fish nähern sich ihnen an, um sich an ihr Werk zu machen. Eine perfekte Symbiose in der Natur. Mittlerweile lassen sich dort allerdings kaum mehr Mantas blicken, und ich hatte vermehrt Stachelrochen gesichtet – auch den small eye stingray, einem der seltensten Rochen der Welt. Auch eine Schildkröte scheint dort zu wohnen, und war immer am selben Ort zu sehen.

Giants befindet sich nur ein paar Minuten außerhalb von Tofo Bay und ist leicht zu erreichen. Trotzdem ist Giants recht anspruchsvoll zu tauchen, da dort die Strömung oftmals so stark ist, dass der Tauchgang einem Drift Dive ähnelt. Und dadurch dass sich nicht an einem Anker herunter geangelt werden kann, geraten viele Taucher in Panik beziehungsweise verlieren ihre Gruppe.

✓ Tiefe: Rund 25 – 30 Meter

✓ Anspruch: Schwierig, oftmals starke Strömung

✓ Kosten: 50 US-Dollar inklusive deiner Tauchausrüstung

 

Schnorcheln in Praia de Rocha

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Wenn du keine Lust hast, in Tofo tauchen zu gehen, dann lege ich dir eine sogenannte Ocean Safari ans Herz. Dabei fährt unser Boot zwei Stunden die Küste von Tofo Bay bis nach Praia de Rocha ab, und sobald ein Delfin, Walhai oder Manta gesichtet wird, schlüpfst du in deine Schnorchelausrüstung und springst ins Wasser. So nah kommst du den Walhaien selbst während der Tauchgänge nicht, da die meisten Walhaie in Tofo kurz unter der Wasseroberfläche nach Plankton filtern. Eine unglaubliche Erfahrung!

An manchen Tagen waren unsere Kunden dermaßen satt gesehen von den riesigen Giganten, dass sie schon gar nicht mehr ins Wasser sprangen, um noch eine Tour mit ihnen zu schnorcheln.

✓ Tiefe: Rund 1-2 Meter unterhalb der Wasseroberfläche

✓ Anspruch: Leicht, aber oft ziemlich wellig

✓ Kosten: 50 US-Dollar

 

Schnorchelausflug nach Barra

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Barra liegt an der Bucht vor der Provinzhauptstadt Inhambane und ist der perfekte Ort für einen Tagesausflug. Die Bucht ist für seine Bootsfahrten in eine der traditionellen Dhows bekannt, die gemächlich in ihrem ganz eigenen Tempo dahin schippern. Dabei kannst du immer wieder über Bord springen und in der hüfttiefen Bucht schnorcheln. Dabei sah ich Seepferdchen und Tintenfische.

✓ Tiefe: Rund 1 Meter

✓ Anspruch: Sehr leicht in einer geschützten Bucht

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