Die 720 Kilometer lange französische Atlantikküste des Departements Neu-Aquitanien verführte mich mit kilometerlangen unberührten Stränden, riesigen Sanddünen und mondänen Seebädern.

Ich liebe französische Desserts, Meeresrauschen und das gewisse Etwas der Franzosen lässt mich dahin schmelzen. Warum ich es trotzdem bis vor kurzem noch nicht an die französische Atlantikküste geschafft hatte, bleibt mir ein Rätsel. Schließlich ist Frankreich sozusagen meine erste Liebe: Mit 19 Jahren bin ich nach Monaco gekommen, um die Sprache zu lernen und das französische Je ne sais quoi kennenzulernen. Aus ursprünglich geplanten drei Monaten wurden mehr als anderthalb Jahre.

Wahrscheinlich blieb ich deswegen einfach am nächstbesten Ort an der Cote d’Azur hängen – ohne mehr vom Land zu entdecken. Aber das war lange bevor ich eine echte Outdoor-Fanatikerin geworden bin.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Mittlerweile suche ich mir meine Reiseziele nach den besten Wellen und hohem Abenteuer-Faktor aus. Genieße großartiges Essen und leckeren Wein und will als Strand- und Naturliebhaber voll auf meine Kosten kommen.

Meine Reiseroute in Aquitanien

Atlantikküste Frankreich Rundreise
✓ Meine Rundreise brachte mich in einer Woche und rund 900 Kilometern mit dem Mietwagen an folgende Orte: Bordeaux – Carcans-Océan und Carcans Lac – Soulac-sur-mer – Montalivet – Dune du Pilat – Lacanau – Anglet – Biarritz – St. Jean de Luz – Hendaye

Aquitanien grenzt im Süden an die spanischen Pyrenäen und im Westen an den Golf von Biskaya am Atlantik. Abgesehen von den Hochlagen ist das Klima in der Region ganzjährig mild: So liegt die Jahresdurchschnittstemperatur am Atlantik bei über 15 Grad. Dagegen ist die Niederschlagswahrscheinlichkeit gerade im Süden durch die Nähe zu den Bergen sehr hoch.

Daneben ist die französische Atlantikküste sehr ländlich geprägt und bleibt dadurch in der Bevölkerungsentwicklung unter dem französischen Gesamtdurchschnitt. Das sind schlechte News für die Region, aber herrlich für uns Touristen. Außerhalb der französischen Ferien dösen die meisten Seebäder in einem verschlafenen Dornröschenmärchen und verbreiten absolute Ruhe und Entspannung. Die Entfernungen sind überschaubar und die Straßen in einem guten Zustand.


Wusstest Du, dass es im Médoc Atlantique…

… den größten natürlichen Süßwassersee Frankreichs gibt? Und zwar den Carcansee.

… 15 der besten Surfspots im Departement Gironde liegen?

… eines der renommiertesten Weinbaugebiete der Welt gibt? 29 Millionen Liter Wein pro Jahr werden allein für den Médoc hergestellt.

… 80 Kilometer Wanderstrecke entlang des Jakobsweges führen?

… Mehr als 400 Kilometer Fahrradwege gibt?

… 2.1000 Sonnenstunden pro Jahr scheinen?

Das sind ganz schön viele Superlativen auf einmal. Und das alleine im Gemeindeverband des Médoc Atlantique; im Baskenland kommen dann noch einmal ganz andere Zahlen hinzu!


1. Station Bordeaux – französische Atlantikküste

Bordeaux Radfahren
Wie in der Hauptstadt Paris wartet auch Bordeaux mit wundervollen Prachtbauten auf, verströmt aber ein angenehm entspanntes Flair. Du kannst Dich tagelang durch den südfranzösischen Wein trinken, aber es wäre schade drum, wenn Du nicht auch noch die anderen Sehenswürdigkeiten abklapperst:

✓ Besuche das Weinmuseum Cité du Vin

✓ Besichtige das Grand Théâtre

✓ Entdecke die Kathedrale von Bordeaux

✓ Schlendere durch die verträumten Gassen der Stadt

✓ Bestes Fotomotiv: Die mit Wasser bedeckten Granitplatten des Miroir des Quais in Bordeaux erzeugen im Sommer alle 15 Minuten stimmige Nebelschwaden.


2. Segeln auf dem größten See Frankreichs

Carcans See Aquitanien
Weniger als fünfzig Kilometer von Bordeaux entfernt liegt Carcans-Maubuisson, ein kleiner Ort, an dem wir im Wald zelteten. Carcans bietet einen endlos langen Sandstrand am Atlantik sowie den größten französischen, natürlichen Süßwassersee: Den Lac de Hourtin et de Carcans.

Der See ist ideal für Familien mit kleinen Kindern, da die Atlantikküste oftmals ziemlich rau voller Strömungen sein kann.

Am Carcans Lac probierte ich mich im Ibiscat Segeln aus und erhielt Tipps vom Eigentümer Laurent, der viele Jahre als Surfprofi durch die Weltgeschichte fuhr. Wie fast überall an der französischen Atlantikküste kennt man sich, und Laurent empfahl mir seinen Kumpel Germain in Soulac zu besuchen, um Tipp zum Surfen zu erhalten.

✓ Camping: La Dune Bleue in Carcans-Maubuisson, Domaine de Bombannes (UCPA), 33121 Carcans

✓ Segelverleih: Force 7 (UCPA), 33121 Carcans


3. UNESCO-Flair in Soulac-sur-mer

Soulac Basilika
Soulac ist für seine zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Basilika „Notre Dame de la Fin des Terres“ bekannt. Das Benediktinerkloster wurde im elften Jahrhundert erbaut und im Laufe der Jahrhunderte fast vollständig von den Sanddünen der Region verschluckt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Dünen weiter gezogen und gaben die Kirche wieder allmählich frei. Die Hälfte der Kirche liegt immer noch unterhalb der Erde, auch wenn die Basilika mittlerweile grundlegend restauriert wurde.

✓ Adresse: Notre-Dame-de-la-Fin des Terres, 33780 Soulac-sur-Mer, nicht zu übersehen im Dorf

Daneben war das Surfen in Soulac-sur-mer natürlich mein Highlight. Weil ich mit EasyJet angeflogen bin, habe ich mein Surfboard zuhause gelassen und mir bei Germain in der OSC Surf School eins ausgeliehen. Germain betreibt die Surfschule seit 15 Jahren im Ort und ist superfreundlich. Er zeigte mir am Strand alle Spots behielt ein Auge auf mich – immerhin befand ich mich ganz allein am menschenleeren Strand im Mai.

✓ Surfboard Verleih: OSC Surf School 7, rue du 8 mai 1945 – 33780 Soulac


4. Französische Köstlichkeiten auf dem Montalivet Wochenmarkt

Montalivet Markt
Von Soulac ist es nicht weit nach Montalivet. Der Wochenmarkt von Vendays-Montalivet stellt eine wahre Institution in der Region mit nahezu 240 Ausstellern aus der Region dar. Austern, Wein, frische und regionale Produkte, Handwerkkunst, Schmuck und vieles mehr wird dort in kunterbunten Farben und viel französischem Flair angepriesen.

✓ Mein Tipp: Allerdings war im Mai noch nicht so viel los, und ein Ausflug in den Ort eignet sich am besten in den Sommermonaten Juli und August vormittags.


5. Herrlicher Ausblick von der Dune du Pilat

Dune du Pilat
Eine Wüste mitten in Europa? Nicht ganz, denn bei der Dune du Pilat handelt es sich um eine Sanddüne, die mehr als 110 Meter hoch und 2.700 Meter lang ist. Gezeiten, Erosion und der Wind lassen die Düne jedes Jahr bis zu fünf Meter wandern. Die außergewöhnliche Aussicht vom Gipfel ist den Aufstieg allemal wert! Auf der einen Seite befindet sich die Bucht von Arcachon und auf der anderen Seite das endlose Grün der Wälder, in die sich die Düne langsam hineinfrisst.

Übrigens ist die Bucht von Arcachon eine echte Lagune, die sich zum Meer hin öffnet. Seit dem Jahr 2014 wird sie als natürlicher Meerespark gelistet. Sie ist bekannt für ihre Vogelinsel und die alten Fischerhütten auf Stelzen, die sogenannten „tchanquées“.


6. Ein Hauch von Kalifornien in Lacanau

Französische Atlantiküste Lacanau
Biarritz, Hendaye, Lacanau – Die Surfspots im äußerten südwestlichen Zipfel Frankreichs sind Weltklasse. Und gerade im Frühjahr und Herbst noch menschenleer. An manchen Tagen fühlte ich zwar nach einer Stunde Surfen meine Hände nicht mehr, aber hatte das Lineup für mich ganz allein!

Entlang der geradlinig verlaufenen Küstenstraßen an der französischen Atlantikküste hatte ich oft den Eindruck, mich in Kalifornien zu befinden. VW Bullis, Surfbretter auf Autodächern, „Hang loose“ und viele Surfshops so weit das Auge reicht. Sogar die World Surfing Championships werden bei den Lacanau Pro ausgelost.

✓ Surfboard Verleih: Big Mama Surf School 4, boulevard du Maréchal Franchet, 33680 Lacanau-Océan


7. Mit dem Fahrrad am Strand von Lacanau-Océan

Lacanau Fatbike
Lacanau ist ein berühmtes Seebad in Südwestfrankreich, aber die grünen Wälder im Hinterland und die ausgebauten Radwege sind ideal für Fahrradfahrer. Zum ersten Mal lieh ich mir Fatbikes aus und konnte nicht glauben, wie cool diese Räder sind. Ich umrundete den halben Carcans Lac, fuhr den scheinbar endlosen Strand von Lacanau-Océan ab und konnte nicht glauben, wie verführerisch weiß und menschenleer dieser schöne Strandabschnitt war.

✓ Elektrofatbiking: Evolution 2, 11 avenue Plantey, 33680 Lacanau-Océan


8. Surfhauptstadt Anglet

Biarritz Surfer
Mit seinen elf Stränden ist Anglet als „Little California“ bekannt. Cavaliers und Marinelle sind weltberühmt. Anglets Surfkultur ist maßgeblich für die trendige und entspannte Atmosphäre in der Stadt verantwortlich und seine Surfspots genießen internationaler Ruhm. 2018 wurde ein brandneue „Surfing Walk of Fame“ ins Leben gerufen. An der Uferpromenade befinden sich Hotels und Surfschulen. Im angrenzenden Pinienwald liegt der familienfreundliche Wildpark Forêt du Pignada.

Leider waren die Wellen und das Wetter im Allgemeinen nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte. Starke Gewitter und monströse Wellen verlangten nach einem Alternativprogram: Daher entdeckte ich mit Julien von Uhina Rafting die Stadt und Umgebung per Elektro Scooter.

✓ Camping: Bela Basque, 2 allée Etchecopar, 64600 Anglet

✓ Elektro Scooter: Uhina, Rue Latxaia 64780 Bidarray


9. Französische Atlantikküste – Biarritz

Biarritz
Biarritz hat es als eleganter und glamouröser Badeort zu Weltruhm gebracht. Seine Strände, Geschichte und Herrenhäuser aus dem 19. Jahrhundert haben zu seinem glamourösen Ruf beigetragen. Mitte des 19. Jahrhunderts zog die Ehefrau von Napoléon III., Kaiserin Eugénie, nach Biarritz und ließ sich eine Residenz bauen. Schnell zog es auch andere Könighäuser und Adlige, wie etwa die Kaiserin Sisi, an die französische Atlantikküste, und Ende des 19. Jahrhunderts zählte die Stadt bereits etwa 10.000 Sommerbesucher.

In den 1960ern kam der Surfsport an den Golf von Biskaya, der nun zu den Surfhochburgen Europas zählt. Als ich Biarritz besuchte, fanden gerade die ISA Longboard World Championships ISA statt, und ich sah mir die Eröffnungszeremonie an.


10. Ein bisschen Hawaii in St-Jean-de-Luz

Französische Atlantikküste St Jean
In St-Jean-de-Luz zog es mich auf ein hawaiianisches Outrigger Boot, mit denen die Hawaiianer wohl früher die Südsee erobert hätten. Zwar eroberte ich nichts, sondern crashte nur eine französische Junggesellenabschiedsfeier: Sieben trinkfreudige Französinnen nahmen sich meiner an und gemeinsam paddelten wir im Hafen von St Jean mit Atlantic Pirogue.

Atlantic Pirogue wurde vor etwa zwanzig Jahren gegründet, und ich würde sagen, ein Teil des Erfolgs ist die witzige und einnehmende Natur des Eigentümers Eric. Während eines Ausflugs in seinem hawaiianischen Kanu versorgte er uns nicht nur mit viel Lokalkolorit sondern sorgte auch dafür, dass wir alle ordentlich nass gespritzt wurden.

✓ Hawaiianisches Kanufahren: Atlantic Pirogue, Socoa Hafen, St Jean de Luz


11. Surfen in Hendaye

Französische Atlantikküste Hendaye
Im äußersten Südwesten Frankeichs schlängelt sich die baskische Küste zwischen den Gipfeln der Pyrenäen und dem Atlantik. Hendaye ist ein Paradies für Surfer und Liebhaber von tollen Wellen vor dramatischer Bergkulisse und baskischer Gastronomie!

✓ Surfboard Verleih: Lehena Surf School, 71 Boulevard de la mer, 64700 Hendaye


Die schönsten Orte meines Roadtrips

Mein Roadtrip durch die französische Atlantikküste war viel zu kurz, um alles Orte zu entdecken, und ich werde definitiv wieder kommen.

Mein absoluter Favorit war das Surfen in Hendaye vor dramatischer Kulisse und das Elektrofatbiken in Lacanau am Strand!

Ich komme garantiert wieder! Und wie hat Dir die Region gefallen?

*Diese Reise entstand mit freundlicher Unterstützung der Fremdenverkehrsämter der Regionen Medoc Atlantique, Anglet Tourisme, Biarritz Pays Basque und Nouvelle-Aquitaine. Vielen Dank dafür.

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