Murten ist kein klassisches Outdoor-Mekka in der Schweiz. Aber gerade für alle, die Natur und Bewegung ohne Stress suchen, ist die Region eine kleine Entdeckung. Hier stelle ich meine besten Reisetipps vor.

Als ich das erste Mal von Murten hörte, wusste ich nicht viel darüber. Dass ich dennoch den Weg dorthin fand, war eher ein Zufall. Mein Schweizer Freund Guillaume hatte mich eingeladen, sein Elternhaus zu besuchen, und dort zeigte er mir diesen kleinen Ort am See, der auf keiner typischen Touristenkarte auftaucht. Als wir durch die Altstadt schlenderten, ließ ich meinen Blick über den Murtensee schweifen und dachte: „Wie kann dieser Ort nur so still und charmant sein und trotzdem so nah an den großen Städten?“

Inhaltsverzeichnis

1. Lage, Anreise und erste Eindrücke
2. Die Altstadt
3. Der Murtensee
4. Aktivurlaub rund um Murten
5. Alternative zu Interlaken & Co.
6. Für wen eignet sich Murten besonders?
7. Arbeiten mit Seeblick: Murten für digitale Nomaden
8. Beste Reisezeit
9. Warum Murten einer der unterschätztesten Orte der Schweiz ist

Lage, Anreise und erste Eindrücke

Das Örtchen Murten liegt im sogenannten Drei-Seen-Land im Westen der Schweiz. Zwischen dem Murtensee, dem Neuenburgersee und dem Bielersee erstreckt sich eine sanfte, fast mediterran wirkende Landschaft mit Weinbergen, Feldern und viel Wasser.

Überraschenderweise fühlte sich Murten fast abgeschieden an, ist aber erstaunlich gut angebunden. Von Bern aus dauert die Zugfahrt nicht einmal dreißig Minuten. Auch Freiburg (Fribourg) liegt nur einen Katzensprung entfernt, ebenso wie Neuenburg. Selbst von Zürich oder Genf aus ist Murten problemlos erreichbar, ohne dass ich stundenlang unterwegs sein musste.

Ich bin mit dem Zug aus Lausanne angereist und schon die letzten Minuten der Fahrt waren ein kleines Highlight. Irgendwann öffnet sich der Blick auf den See, dahinter Weinberge und eine kompakte Altstadt mit schöner Stadtmauer. Ich stieg aus dem Zug, lief vielleicht fünf bis zehn Minuten und stand direkt am Wasser. Kein Großstadtlärm, keine Hektik, sondern dieses entspannte Gefühl von „hier kann ich erstmal durchatmen“.

Auch mit dem Auto ist Murten unkompliziert zu erreichen. Parkmöglichkeiten gibt es rund um die Altstadt, und alles ist so überschaubar, dass man das Auto eigentlich stehen lassen kann.

Mein erster Eindruck? Die Stadt wirkt fast ein bisschen wie ein gut gehütetes Geheimnis mitten in der Schweiz.

Murten Altstadt Schweiz

2. Die Altstadt: Mittelalterliche Kulisse mit Charme

Als ich durch das Stadttor in die Altstadt von Murten lief, drosselte ich automatisch meine Geschwindigkeit. Kopfsteinpflaster, Laubengänge, sandfarbene Fassaden, alles wirkt stimmig, fast wie aus einem Filmset. Nur dass hier eben ganz normal gelebt wird.

Besonders beeindruckt hat mich die gut erhaltene Stadtmauer. Man kann sie tatsächlich begehen und von oben über die Dächer der Altstadt bis hinunter zum Murtensee schauen. Das Schöne an Murten ist die Zweisprachigkeit. Hier trifft Deutsch auf Französisch und das spürt man. Straßenschilder, Speisekarten, Gespräche am Nebentisch: alles bewegt sich ganz selbstverständlich zwischen beiden Kulturen. Ein bisschen französische Leichtigkeit, kombiniert mit Schweizer Bodenständigkeit.

In den kleinen Gassen reihen sich Cafés, Boutiquen und inhabergeführte Läden aneinander. Keine großen Ketten, sondern individuelle Geschäfte mit Persönlichkeit. Ich ließ mich einfach treiben, trank einen Kaffee mit Blick auf die Arkaden und stöberte in den kleinen Läden.

Murten Schweiz

3. Der Murtensee: Baden, Bootfahren und Sonnenuntergänge

Der See war für mich das eigentliche Herz des Ortes, eingerahmt von sanften Hügeln und Weinbergen. Von der Altstadt sind es nur ein paar Minuten bis ans Wasser. Im Sommer spielt sich hier viel Leben ab. Es gibt gepflegte Strandbäder mit Liegewiesen, Stegen und direktem Zugang ins Wasser.

Wer es aktiver mag, kann sich ein SUP-Board oder Kajak leihen und die Perspektive wechseln. Vom Wasser aus wirkt die Altstadt mit ihrer Stadtmauer fast noch malerischer. Auch Segelboote sind regelmäßig unterwegs, aber kein Motorboot-Lärm, keine überfüllten Spots.

Außerdem geht es am Murtensee im Vergleich zum Genfersee oder dem Zürichsee deutlich ruhiger zu. Keine großen Städte direkt am Ufer, kein Massentourismus, weniger Ausflugsschiffe. Stattdessen viel Raum, Natur und ein Gefühl von „hier darf es einfach langsam sein“.

4. Aktivurlaub rund um Murten

Murten ist kein Ort für Adrenalin-Rekorde, aber perfekt für Outdoor-Enthusiasten, Naturliebhaber und Ruhesuchende. Gerade das Drei-Seen-Land rund um Murten eignet sich ideal für entspannte Aktivtage mit viel Natur und weitem Horizont.

Besonders schön fand ich das Radfahren. Die Wege sind gut ausgebaut, meist flach und führen direkt am Wasser entlang oder durch Felder und kleine Dörfer. Ich fuhr vorbei an Weinbergen, Obstplantagen und immer wieder mit Blick auf den See. Keine steilen Alpenpässe, sondern angenehme Strecken, bei denen ich die Landschaft wirklich wahrnehme. Wer möchte, kann problemlos eine längere Tour Richtung Neuenburgersee oder Bielersee einplanen, die Region ist wie gemacht für mehrtägige Radrouten.

Ein besonderes Highlight für mich war ein Ausflug zur La Berra. Der Berg liegt etwas südlich von Murten bei Fribourg und ist in etwa 40–50 Minuten mit dem Auto erreichbar. Im Vergleich zu den bekannten Schweizer Gipfeln ist er eher unspektakulär, aber dafür umso ruhiger. Die Wanderung ist auch ohne alpine Erfahrung gut machbar. Je nach Route steigt man durch Wiesen und lichte Wälder auf, immer wieder mit freien Blicken Richtung Voralpen. Oben angekommen kann man bei klarer Sicht die Freiburger Alpen, das Greyerzerland und in der Ferne sogar die markanten Gipfel der Berner Alpen erblicken.

La Berra ist kein überlaufener Instagram-Spot und ich begegnete Einheimischen, Familien, vielleicht ein paar ambitionierten Trailrunnern, aber es bleibt ruhig. Nach den sanften Uferwegen am See war diese Tour eine schöne Ergänzung mit etwas mehr Höhenmeter, etwas mehr Weite, aber immer noch entspannt machbar.

Für mich zeigt genau das, wie vielseitig Murten als Ausgangspunkt ist. Morgens schwimmen im See, nachmittags ein Stadtbummel und am nächsten Tag ein fast alpines Gipfelerlebnis. Alles in erreichbarer Nähe, ohne lange Anfahrten oder große Planung.

Murten Schweiz

6. Alternative zu Interlaken & Co.

Ich war zuvor in Interlaken mit seinen spektakulären Bergen, türkisfarbenen Seen und perfekten Postkartenmotiven. Und ja, es ist beeindruckend. Aber genau deshalb ist dort auch immer viel los. Veranstaltungen, Reisegruppen, Action-Angebote, internationale Gäste aus aller Welt. Interlaken lebt vom großen Panorama.

Das Schweizer Örtchen fühlt sich komplett anders an. Weniger Wow-Effekt, dafür mehr Ruhe. Weniger Selfie-Spots, dafür mehr echtes Alltagsleben. Hier sitze ich zwischen Einheimischen im Café, höre Schweizerdeutsch und Französisch durcheinander, beobachte Segelboote statt Paragliding-Schirme.

Auch beim Preisniveau hatte ich das Gefühl, dass Murten etwas entspannter ist. Die Schweiz bleibt generell kein günstiges Reiseziel, aber Unterkünfte und Restaurants wirken hier weniger auf internationales Hochpreispublikum ausgerichtet als in klassischen Hotspots wie Interlaken, Zermatt oder St. Moritz. Ich zahle Schweizer Preise, aber nicht unbedingt Tourismus-Aufschläge für die perfekte Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau.

Für wen eignet sich Murten besonders?

Für alle, die keine spektakuläre Bergkulisse brauchen, um sich wohlzufühlen. Für Paare, die ein ruhiges Wochenende am See suchen. Für Menschen, die gerne durch kleine Altstädte schlendern, statt von Highlight zu Highlight zu hetzen. Für Radfahrer, Genießer, digitale Nomaden oder einfach für alle, die die Schweiz mal von einer leiseren Seite kennenlernen möchten.

Murten Schweiz

7. Arbeiten mit Seeblick: Murten für digitale Nomaden

Murten ist der perfekte Ort zum Remote-Arbeiten. Ich saß mehrere Stunden täglich mit Blick auf den See und habe konzentrierter gearbeitet als in manchem Großstadt-Café.

Die Schweiz ist bekannt für ihre sehr gute Netzabdeckung, und auch in Murten hatte ich durchgehend stabiles mobiles Internet. Selbst rund um den See oder in etwas ruhigeren Ecken der Altstadt gab es keine Probleme mit Empfang. In der Altstadt gibt es mehrere Cafés mit WLAN, und auch die meisten Unterkünfte bieten zuverlässiges Internet an. Gleichzeitig ist Murten klein genug, dass man nicht in dieser typischen Laptop an Laptop-Atmosphäre sitzt, wie man sie aus digitalen Hotspots kennt.

Gerade diese entspannte Atmosphäre macht konzentriertes Arbeiten hier so angenehm. Nach ein paar Stunden klappte ich den Laptop zu und stehe fünf Minuten später am Wasser. Ein kurzer Spaziergang am See ersetzt hier fast jede Kaffeepause.

✓ Mein Tipp: In öffentlichen WLAN-Netzen sollte man sensibel mit persönlichen Daten umgehen. Ich nutze unterwegs ein VPN, einfach um meine Verbindung zusätzlich abzusichern, besonders wenn ich in offenen Netzwerken arbeite. Da in einem freien WLAN die Daten unverschlüsselt übertragen werden, ist es für kriminelle Hacker kein Problem, an wichtige Zugangsdaten anderer Menschen zu gelangen. Mit einem VPN gelingt es den Tätern nicht mehr, weil die Daten vor der Übertragung verschlüsselt werden. Ohne den passenden Schlüssel lassen sie sich nicht mehr nutzen. Zudem werden die Daten über Server des VPN-Anbieters umgeleitet. Dabei wird die IP-Adresse automatisch überschrieben. Wer überprüfen möchte, ob die eigene Datenübertragung gesichert ist, braucht nur meine IP einzugeben. Wird die IP-Adresse angezeigt, findet eine unverschlüsselte Datenübertragung statt.

Murten Schweiz

8. Beste Reisezeit

Im Sommer ist der See natürlich das Zentrum des Geschehens. Liegewiesen, Strandbäder und Bootsverleihe laden zum Baden, Paddeln oder einfach Sonne tanken ein. Die Temperaturen sind angenehm, das Wasser klar und sauber, und der Abend klingt oft mit einem entspannten Spaziergang am Ufer aus.

Im Herbst färben sich die Weinberge rund um den Mont Vully in Gold- und Rottöne, und das Licht wird weicher. Es ist die perfekte Zeit für Spaziergänge oder leichte Wanderungen durch die Landschaft, mit gelegentlichen Stopps in Weinkellern oder kleinen Gasthäusern. Im Winter kehrt Ruhe in Murten ein. Der See ist teilweise vom Eis bedeckt, Spaziergänge am Ufer haben fast meditativen Charakter, und die Altstadt wirkt besonders charmant, wenn sie von einer leichten Schneeschicht bedeckt ist.

9. Warum Murten einer der unterschätztesten Orte der Schweiz ist

In Murten spürte ich Authentizität in jeder Gasse, Ruhe am See und eine Balance aus Aktivität und Entspannung, die in anderen Schweizer Hotspots oft verloren geht.

Die Altstadt mit ihren historischen Gassen, die gut erhaltene Stadtmauer und die Mischung aus französischem und deutschem Einfluss geben Murten einen unverwechselbaren Charakter. Der Murtensee lädt zum Schwimmen, Bootfahren oder einfach zum Genießen der Sonnenuntergänge ein alles ohne den Massentourismus, den man an größeren Seen kennt.

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