Meine Kolumbien Pazifikküste Tipps: Urlaub an Kolumbiens Pazifikküste in Ladrilleros und La Barra gehörten zu den Höhepunkten auf meiner Reise. Ursprünglicher und rauer als die bekanntere Karibikküste wirst du im wilden Westen mit einmaliger Natur belohnt!

Auf den ersten Blick wirkt die kolumbianische Pazifikküste wie ein alterndes Pop-Sternchen, dessen bessere Tage schon sehr lange zurück liegen und das seitdem nur noch durch Affären und Koks-Missbrauch für Schlagzeilen sorgt. Die Britney Spears unter Kolumbiens Sehenswürdigkeiten sozusagen.

Keine Abfallentsorgung, Regen an rund 250 Tagen im Jahr und wirklich alles zum Leben notwendige muss mit dem Boot aus dem zwei Stunden entfernten Buenaventura eingeschifft werden, weswegen die Preise für Nahrung und Getränke für kolumbianische Verhältnisse völlig überteuert sind. Lunch kostet rund 12.000 Pesos. Das sind zwar umgerechnet nur rund fünf Euro, aber der Preis ist mehr als doppelt so viel als in anderen Teilen Kolumbiens.

Supermarkt Ladrilleros (c) Anja Knorr

Verschmutzte Strände, aufgeweichte Gassen aus Schlamm, windschiefe Häuser und viel zu viele geschlossene kleine Hotels für einen Ort, an dem sich der Fuchs und der Hase jeden Abend noch vor Sonnenuntergang „Gute Nacht“ sagen.

Wozu um Himmels willen also überhaupt an den Pazifik reisen und dann noch einmal ein paar Stunden mit dem Boot in solche verlassenen Dörfer fahren?

Die Antwort erschloss sich mir in den ersten Tagen meines Aufenthaltes auch nicht. Ich brauchte ein wenig Zeit, um mich von meinem Smartphone zu entwöhnen und mich an die immer gleiche Verpflegung unseres „Hotels“ zu gewöhnen – früh und abends Reis mit Arepa und Ei.

Arepa Kolumbien (c) Anja Knorr

Die Krönung war jedoch, als Teresa auf meinem Kopf Läuse entdeckte. Danach suchte ich ihren Kopf ab wie das eine gute Affenmama tun würde, und da zeigte sich das gleiche traurige Spiel. Die nächste Apotheke befand sich ebenfalls eine zweistündige Bootsfahrt entfernt in Buenaventura.

Mit juckenden Köpfen und dem guten Gewissen, dass die Läuse sich in den kommenden Tagen auf ihr Heimspiel freuen würden, entdeckten wir die einsamen Strände und spazierten durch das Dickicht des Dschungels.

Zur Außenwelt hatten wir keinen Draht, da weder Teresa noch ich über unsere Handys eine Telefon- oder Internetverbindung aufbauen konnten und die Öffnungszeiten des einzigen Internetcafés im Dorf mir auf immer ein Rätsel bleiben werden. Wir entschleunigten gewissermaßen unser Leben und setzten uns auf kalten Entzug.

Dschungeltour in den Uramba Bahía Málaga Nationalpark

Uramba Park Kolumbien (c) Anja Knorr
Jeden Abend kam ein junger Mann namens Jesus vorbei in unser Hotel und erzählte vom Uramba Bahía Málaga Nationalpark mit seinen Wasserfällen und dichten Mangrovenwäldern, die ich unbedingt besuchen sollte.

Kajaks Kolumbien (c) Anja Knorr

Für 10.000 Pesos ( = rund vier Euro) würde ich mich bei seiner nächsten Tour mitnehmen, was wohl ein guter Deal wäre. Als ich an einem Morgen zusammen mit zwei Italienern und einem Argentinier in unser Kajak kletterte, fragte ich mich jedoch, wo Jesus die drei anderen Touris ausgegraben hat und – was noch viel alarmierender war – wie er sich wohl mit ins Kajak zwängen würde, da es gefährlich tief im Wasser lag und sich das Boot langsam mit Wasser füllte.

Kajakfahren Kolumbien (c) Anja Knorr

Ich verfluchte meine Sparsamkeit, da andere Tour-Betreiber wohl das Dreifache verlangten, aber nur zwei Menschen in ein Kajak setzten. Wir schwankten durch die engen Flüsse und balancierten die ständige Schlagseite mit größter Körperbeherrschung aus, damit wir nicht kenterten. Niemand redete im Kajak und angestrengt konzentrierten wir uns auf unser Boot und unsere Körper. Wie durch ein Wunder passierte natürlich nichts.

Wasserfall Kolumbien (c) Anja Knorr

Irgendwann wurde der Fluss so flach, dass wir das Boot hinter uns lassen mussten und flussaufwärts daneben bis zu einem kleinen Wasserfall liefen. Nach der Wanderung im heißen Urwald war das Bad im kalten Wasser eine wunderbare Abkühlung.

Der Wasserfall selber war jedoch lächerlich klein, allenfalls ein kleines Kind konnte sich darunter stellen und planschen. Mit den gewaltigen Iguacu-Wasserfällen im brasilianischen Dschungel hatte dieser winzig kleine Bach nicht das geringste zu tun. Werde ich etwa ein Travel Snob?

Kolumbien Pazifikküste Tipps

Nimm ausreichend Bargeld mit. Weder in Ladrilleros noch in Juanchaco gibt es gibt Banken oder Automaten. Die letzte Möglichkeit Geld abzuheben ist Buenaventura.

✓ Es gibt nur ein sehr langsames und teures Internetcafé im Dorf, dessen Öffnungszeiten mir ein Rätsel geblieben sind.

Bringe sehr viel Zeit mit und stelle dich auf geschlossene Märkte und Restaurants ein.

✓ Probiere den fangfrischen Fisch in Alicias Restaurant, das auf der Hauptstraße gegenüber der „Super Tienda“ liegt.

Kolumbien Pazifikküste – Nicht verpassen

Wal-Touren: Zwischen Ende August und Anfang September finden sich hunderte von Wale in den Gewässern vor Ladrilleros ein, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern.

Surfen: Zwischen Juli und August ist Ladrilleros ein echter Geheimtipp unter Surfern.

La Barra: Während der Ebbe gehst du eine Stunde Richtung Norden und kommst in La Barra an, einem riesigen, einsamen Strand, den du ganz für dich allein haben wirst.

Trinke Coco Loco: Schnaps serviert in einer Kokosnuss.

Kolumbien Pazifikküste Anfahrt

Buenaventura Kolumbien (c) Anja Knorr

✓ Mit dem Bus von Bogota aus nach Cali. Dauer: Rund acht Stunden.

✓ Umsteigen in einen weiteren Bus nach Buenaventura. Dauer: Rund sechs Stunden.

✓ In Buenaventura werden dir alle sagen, dass du unbedingt ein Taxi nehmen musst, um an den Hafen zu gelangen, doch du erreichst den Hafen innerhalb weniger Gehminuten vom Busterminal aus. Am Hafen bieten fast alle Boote eine Überfahrt nach Juanchaco und co an. Die Überfahrt dauert noch einmal ca. zwei Stunden.

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