Eine Bushwalking Safari durch die südafrikanische Steppe war mein absolutes Highlight. Ich habe in Zelten unter dem leuchtendsten Sternenhimmel, den ich je gesehen habe, übernachtet. Unzählige wilde Tiere beobachtet, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne und viel übers Spuren lesen und Revierverhalten der Tiere in Afrika gelernt. Lese hier alles, was du über eine Wander-Safari wissen musst.

Meine Bushwalking Safari durch die südafrikanische Savanne kann ich kurz und knapp zusammenfassen: Immer wenn ich auf diesem Trip einen Büffel gesehen habe, wurde dieser entweder von einem Löwen gefressen oder gejagt. Das Leben ist taff im afrikanischen Busch.

Und genau darum geht es im afrikanischen Busch. Das einfache Leben von Fressen und gefressen werden. Jedes Jahr kommen Touristen aus aller Welt nach Südafrika, um dieses Überlebensspektakel, das streng dem Gesetz des Stärkeren folgt, zu erleben.

Außerdem wollen sie die Big 5 sehen: Leoparden, Elefanten, Löwen, Büffel und Nashörner. Tiere eben, die besonders gute Trophäen bei der Großwildjagd abgeben oder zumindest sexy auf Bildern aussehen.

Spätestens seit meiner Ausbildung zum Divemaster weiß ich dagegen, dass ein Nationalpark kein Zoo ist, und es vielmehr auf das Erlebnis an sich ankommt, in der Natur zu sein. Mit viel Geduld Spuren zu lesen und sich vom Moment überraschen zu lassen. Ich wollte weit weg von der Zivilisation wenigstens ein paar Tage so tun, als könnte ich wild und einfach wie unsere Vorfahren vor vielen Tausenden Jahren in der Wildnis überleben, und ich wollte lernen, wie man den Busch verstehen kann.

Dafür habe ich mir die Maseke Balule Nature Reserve ausgesucht, einem privaten, 8.000 Hektar großen Park mit offenen Grenzen zum Krüger Nationalpark, der anders als sein großer Bruder tagelange Bushwalking Safaris anbietet mit Übernachtungen in Zelten.

Kruger ist riesig und weltbekannt, und zieht dementsprechend jedes Jahr zig Tausend Touristen an. Balule dagegen lässt täglich nur eine geringe Anzahl von Besuchern in den Park. Unsere kleine Reisegruppe bestehend aus einem rüstigen Amerikaner, einem australischen Filmemacher und mir wurde von zwei südafrikanischen Rangern namens Luan und AD geführt, die uns während unseres Trips nicht mehr von der Seite weichten.

Sie erklärten uns geduldig das Busch Einmaleins und lehrten uns das Fährtenlesen ebenso wie kleine Anekdoten zu den Tieren. Wilder Beest, Zebras, Giraffen, Impalas, Hippos, Krokodile und Elefanten so weit das Auge reicht und oft aus nächster Nähe. Besonders die Elefanten haben es mir angetan, seitdem ich als Kind Benjamin Blümchen-Kassetten verschlungen hatte. Die Tiere berühren mich mit ihrer sanften Art und findest du nicht auch, dass ihre Augen menschlich wirken?

Elefanten können auch anders

Safari Elefant
Sie sind äußerst sozial und scheinen sich ohne große Worte mit uns Menschen unterhalten zu können. Da war zum Beispiel der Moment, als wir von einer Elefantenherde gejagt wurden. Die Sonne war gerade untergegangen und der Vollmond leuchtete blutig rot-orange über unseren Köpfen, als eine etwa zehnköpfige Elefantenherde unseren Weg kreuzte. Alle wichtigen Entscheidungen in einer Elefantenherde werden von der ältesten Elefantenkuh getroffen. Weibchen und Jungtiere leben ohne Bullen zusammen und verlassen sich auf das Urteil ihrer Anführerin. Und diese hier hatte eindeutig keine Lust auf seltsame Eindringlinge. Groß und schön, mit prächtigen Stoßzähnen, wedelte sie angriffslustig mit den Ohren und trompetete aufgeregt in unsere Richtung. Gefolgt von ihrer Herde kam sie immer näher und schien uns direkt in die Augen zu schauen: Ihre Botschaft war eindeutig: Verzieht euch und zwar sofort!

Luan schien in der Lage, mit ihnen zu kommunizieren und rief immer wieder ein paar besänftigende Worte auf Afrikaans in ihre Richtung. Und tatsächlich schien die Elefantenkuh ihn zu verstehen: Sie blieb stehen, trompetete mit hoch gestrecktem Rüssel in unsere Richtung und ließ von uns ab.

Afrikas wilde und weise Schönheit

Safari Südafrika
Diese uralte Verbindung zwischen Mensch und Tier versetzte mir eine wohlige Gänsehaut.

Afrika ist eine ganz eigene Erfahrung. Es gab mir einen tiefen Einblick in das ursprüngliche Leben unserer Vorfahren. Es inspirierte mich und selten in meinem Leben fühlte ich mich ganz nah bei mir. Seele und Körper in absolutem Einklang. Der Natur nahe und spürte wie ich anfing, meinem Körper und seinen Reflexen und Instinkten wieder zu vertrauen. Ich fühlte mich frei und gleichzeitig verbunden mit der Natur. Wach wie schon lange nicht mehr. Glücklich und voller Dankbarkeit genoss ich die Stille der Natur.

Warum noch mal haben wir Menschen diesen einfachen und vertrauten Lebensstil der Zivilisation geopfert?

Ist es sicher, im afrikanischen Busch zu wandern?

Bushwalking Safari Ranger
Eine Safari bedeutet immer ein gewisses Risiko, da du dich nicht in einem Zoo sondern in freier Wildbahn bewegst. Das macht ja auch den Thrill aus. Aber wenn du dich an ein paar Regeln hältst und in einem guten Team aus erfahrenen Rangern unterwegs bist, kann dir eigentlich nichts passieren.

Um uns drei Safari-Freunde kümmerten sich Luan Oosthaezen und AD von Zyl, zwei junge Südafrikaner, die praktisch im Busch groß geworden sind. Die Beiden können sich keinen besseren Job auf der Welt vorstellen und wenn ich mir ihr seliges Grinsen anschaute, verstand ich, dass sie es ernst meinten.

Luan und AD trugen allzeit jeweils ein Gewehr bei sich, eine Winchester 458, mitsamt Patronengürtel. Das fand ich anfangs etwas befremdlich, aber sie versicherten mir, dass sei nur für den absoluten Notfall gedacht.

Luan schritt voran und hielt immer wieder an, um uns Dinge über den afrikanischen Busch zu erklären oder zu schauen, ob der Weg sicher für uns ist. AD marschierte dahinter, um eine zweite Sicherheitsschiene zu bieten, und wir drei Gäste hinterher im Gänsemarsch.

Do’s and Don’ts auf einer Safari

Bushwalking Safari Südafrika
Am ersten Morgen briefte uns Luan über die Do’s and Don’ts im Busch:

✓ Schwarz und Weiß sind keine Tarnfarben und absolut tabu.

✓ Wir sollten hintereinander im Gänsemarsch laufen

✓ Und bitte schön die Klappe halten, um die Tiere weder abzuschrecken noch anzulocken.

✓ Und keine Alleingänge, immer schön bei der Gruppe bleiben.

✓ Nachts nicht das Zelt verlassen und keine Lebensmittel im Zelt aufbewahren. Das habe ich mir sowieso nicht getraut, nachdem ich abends am Lagerfeuer Löwen brüllen gehört und Flusspferde gesehen habe.

Wärst du in so einer Szenerie im Dunkeln aus deinem sicheren Zelt gelaufen?

Gemächlicher Tagesrhythmus

Bushwalking Safari
Luan und AD weckten uns jeden Morgen 5:30 Uhr auf. Müde frühstückten wir ohne große Worte unter leuchtendem Mondlicht und marschierten anschließend los: Rund zehn bis 15 Kilometer zu Fuß durch den südafrikanischen Busch.

Dabei hielt Luan immer wieder an, um uns Fußabdrücke zu zeigen und zu erklären, wie man diese Spuren lesen kann. Er las darin wie in einem Buch. Konnte genau erkennen, in welche Richtung welches Tier gelaufen ist und den ungefähren Zeitpunkt bestimmen.

Wir lernten viel über das Reviermarkierungsverhalten der Tiere und viele witzige Fakten.

Safair Wanderung

Safari Giraffe

Wusstest du zum Beispiel, dass das Trinken für eine Giraffe ein unvorstellbarer Kraftakt ist? Gefährlich noch dazu, da sie sich dabei stets nach unten knien muss und dadurch besonders verletzlich. Zusätzlich muss sie sich alle paar Sekunden mit dem Kopf wieder nach oben beugen – sonst würde ihr ganzes Blut in den Kopf schießen und sie umkippen. Klingt ganz schön anstrengend und sieht auch so aus.

Abends saßen wir am Lagerfeuer und starrten entweder abwechselnd ins Feuer oder aßen leckere Grillgerichte, die in Südafrika Braai heißen.

Nachts im Zelt lag ich oft wach, da meine Blase drückte, ich mich aber nicht traute, das Zelt zu verlassen. In der Ferne hörte ich das Prusten von Elefanten und wie sie Bäume fällten. Ein ausgewachsener Elefant verputzt unglaubliche 250.000 Kalorien, hauptsächlich Blätter, Rinde und Äste und hinterlassen wie ein Krümelmonster eine Schneise der Baumverwüstungen.

Wärst du in so einer Szenerie im Dunkeln aus deinem sicheren Zelt gelaufen?

Löwen bei der Jagd

Safari Löwenjagd
Am späten Nachmittag fuhren uns Luan und AD auf sogenannten Game Drives herum. Dabei verfrachtete er uns in einen offenen Jeep und kutschierte uns kreuz und quer durch den Park. Per Auto konnten wir natürlich viel größere Strecken erkunden und uns den Tieren besser annähern als zu Fuß, da die Tiere sich nicht von angelassenen Motoren stören ließen.

Bereits am ersten Abend erlebten wir ein spektakuläres Naturschauspiel, dass ich mein Lebtag nicht vergessen werde: Wir hielten an einem Tümpel an, an dem sich eine Herde Büffel ausruhte. Vier Löwen hatten die Herde umzingelt und schlichen sich im Zeitlupentempo aus allen vier Himmelsrichtungen an. „Es kann Stunden dauern, bis die Löwen einen Jagdversuch wagen würden,“ dämpfte Luan unsere Hoffnungen auf etwas Action. Einen ausgewachsenen Büffel zu erlegen ist selbst für den König der Savanne eine schwierige Angelegenheit.

Plötzlich hörten wir ein lautes Krachen so als würden Äste zerbersten und die gesamte Büffelherde setzte sich in Bewegung. In einem Wahnsinnstempo rannten sie auf unseren Jeep zu und umkurvten ihn um Haaresbreite. Ich roch den Staub, den sie aufwirbelten, und sackte instinktiv eine Etage tiefer im Autositz aus Angst, dass eines der Tiere gegen unser Auto springen würde. Schließlich wiegt ein ausgewachsener Büffel bis zu 6 Tonnen und kann leicht ein ganzes Auto zerquetschen – mitsamt seiner sensationsgeilen Insassen.

In lockerem Lauftempo und mit etwas Abstand folgten ihnen die Löwen. Sie schauten uns etwas verwirrt und entschuldigend an, so als wollten sie sagen, dass sie auch nicht wissen, was da gerade schief gelaufen ist. Luan erklärte uns dass ein junger Löwe, dessen Aufgabe es war, die Büffelherde von einer bestimmten Richtung einzukesseln, zu früh losgeprescht sei und damit die gesamte Herde verschreckt hätte. Es würde Stunden dauern, wenn überhaupt, bis die Löwen die Herde eingeholt und wieder da hätte, wo ein Löwe sie gerne hätte: Ausgelassen und ohne Verdacht-schöpfend selbstvergessen beim Gras futtern.

Was kannst du alles auf einer Bushwalking Safari sehen?

Safari
Einige der größten Säugetiere nennen Südafrika ihr Zuhause: Elefanten, Giraffen, Nilpferde, Büffel und Nashörner leben in den Nationalparks.

Daneben gibt es noch unzählige Löwen, Leoparden, Krokodile, Zebras, Antilopen, Kudus, Gnus, Waterbucks ebenso Hyänen und noch vieles mehr. Das Wildlife ist einzigartig und genau dafür gehst du ja auch auf Safari.

Safari Packliste – Welche Kleidung brauche ich?

Safari
So wenig wie möglich, aber dieses Gepäck solltest du nicht vergessen, dabei keine grellen Farben, alles so neutral wie möglich:

✓ 2-3 T-Shirts

✓ 2 Pullover

✓ Regenjacke im Sommer

✓ Bequeme Wanderschuhe

✓ Je 1 lange und kurze Hose

✓ Sonnencreme

✓ Hut gegen die Sonne

✓ Sonnenbrille

1 x Sonnencreme

1 x Kamera

Powerbank (es gibt keinen Strom in den Camps)

Taschenlampe

✓ Insektenspray

Welche Jahreszeit ist die beste Reisezeit?

Die Durchschnittstemperatur kann zwischen 24 Grad im Juli bis zu 31 Grad im Januar schwanken. Im Winter kann es aber gerade nachts empfindlich kalt werden und die Temperatur bis auf den Gefrierpunkt fallen. Im Sommer zwischen November und Februar sind Mücken eine echte Plage und es gibt recht viele Gewitter.

Warum nicht in den Krüger Nationalpark fahren?

Kruger ist zwar weltbekannt, aber dort darf man weder in der Wildnis zelten noch stundenlang durch den Busch marschieren. Außerdem beschweren sich viele Kruger-Touristen im Nachhinein, dass sich ihr Ausflug wie ein Zoo angefühlt hat, da der Park doch sehr überlaufen ist.

Trotz seiner offenen Grenzen zum Kruger Park ist Maseke Balule ein privater, 8000 Hektar großer Park mit offenen Grenzen zum Kruger Nationalpark. Dementsprechend zieht Balule weniger Touristen an – bei der gleichen Menge an Tieren. Meist sah ich bis auf meine kleine Truppe aus den zwei Rangern Luan und AD plus zwei weiteren Gästen stundenlang keine weiteren Menschen.

Anreise in den Park

Safari Game Drive
Africa on Foot Wilderness Trails ist eine Tour, die Bushwalking Safaris durch die Maseke Balule Nature Reserve im Nordosten Südafrikas anbietet. Die Reserve gehört zum weltbekannten Greater Kruger Nationalpark in der Limpopo Provinz. Am besten fährst du nach Hoedspruit und von dort zu einem Restaurant namens Three Brigdes auf der RN40 in Richtung Phalaborwa. Dort holen dich die Ranger ab.

Africa On Foot Wilderness Trails

www.wilderness-trails.co.za

✓ Kosten: 9550 Rand (650 Euro) für die viertägige Wanderung

✓ Wann:Zweimal die Woche jeden Montag und Donnerstag geht es los

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