Musik zur Reise durch Südamerika: Chillige und entspannte Musik auf meiner Südamerika Playlist.

„Was sitzt du hier noch rum, flaca?“, strahlte mich ein junger, leicht verschwitzter Peruaner an und zog mich lachend auf die Tanzfläche. Es war Damenwahl im Salsa-Club und ich hatte keine andere Wahl, meine europäisch-steifen Hüften im Takt der hämmernden Beats mit zu wippen. Sogen Südamerikaner den richtigen Schwung schon mit der Muttermilch auf, fragte ich mich, als er mich gefährlich nahe an sich heranzog und mich durch die Luft wirbelte wie eine Puppe. Egal, das ist der Rhythmus, bei dem man mitmachen muss in Südamerika.

Wo auch immer mich meine Reise durch Lateinamerika führte, egal ob im Bus, an Stränden, in Restaurants oder auf der Straße, überall ertönten die lauten Bässe von Salsa, Merengue, Bachata und Reggaeton. Das ist der Sound von Südamerika, der sich tief in meine Seele eingebrannt hat und mich allein beim Musikhören noch Jahre nach meinen Reisen wieder in die Straßen von Lima oder Panama-Stadt kapituliert. Denn Musik gehört in Lateinamerika zum Leben wie bei uns die Luft zum Atmen. In ihr spürt man den Hunger nach Leben und die pure Lebensfreude. Mit ihr wird geflirtet, geliebt und gelitten, gelebt und gestorben.

In meiner Südamerika Playlist f sind meine musikalischen Lieblinge der Region, die ich immer dann höre, wenn es mir traurig geht, nur um mich daran zu erinnern, dass es irgendwo da draußen einen Ort gibt, an dem all die Sorgen nicht zählen und die Musik alles bedeutet.

La pura vida auf lateinamerikanische Art. Denn das Leben ist zu kurz, um keinen Spaß zu haben.

Meine Südamerika Playlist

Tanzen (c) Anja Knorr

Salsa und Rubén Blades „Pablo Pueblo“

Salsa steht für die Sehnsucht eines ganzen Kontinents und eines jeden Einwohners nach einem besserem Leben. Was auf kühle Europäer oftmals gefühlsduselig wirkt, ist für den panamaischen Superstar Rubén Blades „eine Probe für die wundervollen Dinge, die Lateinamerikaner zu leisten vermögen:“ Wir sprechen hier von Salsa, der omnipräsent ist in jeder Bar und auf jeder Straße von Kolumbien bis nach Chile und durch den ich meine kleinstädtische Schüchternheit vergessen kann und tanze als gäbe es kein Morgen.

Reggaeton: Rayo & Tobi „Movimiento de cadera“

Heiß, heißer, Reggaeton! Doppeldeutige Texte, schneller Dancehall und überall nacktes Fleisch, dessen Schweiß auf die Tanzfläche tropft. Kein Wunder, dass Reggaeton auch in anderen Teilen der Welt so viel Erfolg hat. Sänger wie Daddy Yankee, El General und Ivy Queen sind die ganz Großen unter den Stars, zu denen ich am liebsten meinen Hintern wackle.

Calle 13 „Tocarte toa“

Obwohl sich die Jungs aus Puerto Rico vom eindringlichen Sound des „Schüttel-deinen-Speck“-Musikgenres distanzieren möchte, gehören Calle 13 mit ihrem Song „Tocarte toa“ für mich dazu, wenn auch mit einem nachdenklich stimmenden Unterton, wenn ich denn endlich einmal Spanisch lernen würde. Die Stiefbrüder Residente und Visitante pflegen einen vielseitigen Stil und kritisieren mit spitzer Zunge die sozialen Schieflagen in Lateinamerika wie Armut und soziale Ungerechtigkeiten zwischen Arm und Reich. Nicht ohne Grund gewannen sie insgesamt 21 Grammy Awards, davon neunzehn in Lateinamerika.

Bossa Nova aus Brasilien: João und Bebel Gilberto

Strand Palmen (c) Anja Knorr
Der seit Jahren wie vom Erdboden verschluckte Liedermacher João Gilberto ist eine Legende und gilt als Erfinder des Bossa Nova. Er vermischt Samba und Cool Jazz zu eingängigen Klängen und begleitet diese durch seinen flüsternden Gesang, das mit jeder Note nach brasilianischen Sandstrand klingt. Das chilllige „Samba da Benção“ seiner Tocher Bebel Gilberto ist unglaublich und darf in meiner Musiksammlung nicht fehlen. Freiheit, Sommer, Sonne und warmer Sand in meinen Füßen – Das ist Brasilien für mich.

Meine Lieblingsalben aus Südamerika

João Gilberto „Chega de Saudade“
Bebel Gilberto „Tanto Tempo“ und „Bebel Gilberto“
Calle 13 „Residente o visitante“
Daddy Yankee „Barrio Fino“
Ivy Queen „Diva“ mit „Yo Quiero Bailar“
Ruben Blades „Metiendo Mano!“
Manu Chao „MTV Unplugged“
Tanya Stephens „Gangsta Blues“

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