Panama - Coiba
Reiche Artenvielfalt
4.7Super Tauchspot
Kaum Strömungen
Sichtweiten
Unterwasser Flora und Fauna
Nachhaltigkeit
Geeignet für Anfänger

Die fast 500 km² große Insel Coiba liegt ca. zwei Stunden von der Pazifikküste Panamas entfernt und beherbergt erstklassige Tauchgründe an ihren Ufern, die ein Traum für jeden Taucher sind.

Der Nationalpark entwickelt sich immer mehr zum Geheimtipp in der Karibik für passionierte Taucher und Backpacker aus aller Welt.

Nur zwölf Seemeilen vor der Küste Panamas gelegen, treffen vor Coiba viele verschiedene Meeresströmungen aufeinander, die einen idealen Nährgrund für die Meeresbewohner bieten.

Um diese Natur zu schützen wurde in den 90er Jahren der Coiba Nationalpark gegründet, der zu den größten Unterwasserparks der Welt gehört. Dementsprechend wurde so viel unberührte Natur 2005 belohnt und von der UNESCO ins Welterbe aufgenommen.

Lange Zeit galt die Insel als verbotener Ort, da Coiba als Strafkolonie für Verbrecher genutzt wurde und erst im Jahr 2004 die letzten Gefangenen umgesiedelt wurden. Fast einhundert Jahre lang war dieser Ort tabu für jegliche Zivilisation und genau das kam der Natur zugute.

Durch diese lange Abgeschiedenheit von Touristen und Fischerei konnte sich die Unterwasserwelt vor Coiba einzigartig entwickeln. Der Regenwald und die Mangrovenwälder sind intakt und Unterwasser findet sich alles, was Rang und Namen hat: Delfine, Meeresschildkröten, Mantarochen, Wale – alle scheinen dieses abgeschiedene Paradies zur Aufzucht ihrer Nachkommen zu nutzen.

Coiba Nationalpark

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Als ich nach meinem ersten Tauchgang vor Coiba wieder an die Wasseroberfläche auftauchte, strahlten ich und meine zwei Dive Buddies über das ganze Gesicht wie Honigkuchenpferde.

Ein fünf Meter langer Walhai schwamm uns neugierig hinterher, sahen unzählige Muränen, metergroße Zackenbarsche und Lion Fish und machten unseren Saftey-Stop in einem riesigen Fischschwarm.

Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte und kam mir vor wie einem Vergnügungspark, der alle seine Highlights auf einmal vorstellen wollte. Einzig der holländische Taucher Bass meinte gelangweilt, dass die Artenvielfalt auf den Galapagos-Inseln noch um einiges höher wäre.

Einsamer Artenreichtum im Überfluss

Was auch immer, immerhin waren wir aufgrund der strengen Beschränkung unter uns und mit nur drei weiteren Tauchern und unserem italienischen Divemaster Michele unterwegs. Coiba ist Teil eines riesigen Unterwassergebirges, das die legendären Galapagos-Inseln mit Malpelo in Kolumbien verbindet und die überwältigende Artenvielfalt erklärt.

Besucher haben La Coiba noch relativ für sich allein, da die Insel erst seit 2004 für Touristen erschlossen wurde. Daher ist sie noch sehr weit abgelegenen von den ausgelatschten Backpacker-Pfaden. Leider stehen die Zeichen der Zeit auch in Panama auf Dollar-Bling Bling und ich habe gehört, dass zunehmend ausländische Investoren Hotels bauen wollen.

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Zwischen den Tauchgängen ruhten wir uns auf der Insel aus und erkundeten den Dschungel. Brüllaffen schrien mindestens genauso laut wie die exotischen Vögel.

Während des zweiten Tauchgangs entdeckte ich zig Sorten Haie, Rochen, Meeresschildkröten, Thunfische und wieder unseren sanften Freund, den Walhai, der zu den größten Fischen der Welt gehört.

Meine zwei Tauchgänge im Coiba Nationalpark zählen definitiv zu den Highlights meines Lebens und ich kann nur jedem Tauchfanatiker raten, dort so schnell wie möglich nach Coiba zu fahren, bevor auch an jenem Paradies der Zahn der Zeit anfängt zu nagen wie an so vielen anderen Orten Mittelamerikas und der Welt.

Anfahrt nach Coiba

Am einfachsten und günstigsten wird es, wenn du bis zum Dorf Santa Catalina am Golf von Ciriquí fährst und dich dort an einen der lokalen Tauchshops wendest, die einen Trip zum Nationalpark für dich organisieren.

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Dabei solltest du unbedingt deinen Reisepass mitnehmen, um dich bei deiner Ankunft auf der Insel beim Ranger registrieren zu können.

Sichtweiten: 5 – 35 Meter
Wassertemperaturen: Rund 27°C (es gibt jedoch kalte Strömungen)
Dezember – April: regelmäßige Walhai-Sichtungen
Januar – April: Mantarochen so weit das Auge reicht
Juli – Oktober: Buckelwale bringen ihre Jungen vor die Ufer der Insel