Rostock - Warnemünde
Hoher Fun-FactorWellen im Zwei StundentaktNah an Berlin
Wellen mit wenig Power
3.8Mal was anderes
Beständigkeit
Break
Geeignet für Anfänger
Geeignet für Pros
Leihmaterial

Gemütliche Schwimmrunden und nackig in der Sonne liegen kann jeder an der Ostsee. Aber in Warnemünde stellen sich Surfer aus aller Welt einfach die Uhr und folgen im Stundentakt und mit deutscher Pünktlichkeit den Bugwellen zweier alter Fährschiffe aus Dänemark. Somit ist das Warnemünder Fährwellensurfen auf der Ostsee einer der ungewöhnlichsten Orte zum Wellenreiten weltweit. Surf’s up!

Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass jede Beachbar, die etwas auf sich hält chillige Reggae-Musik spielt. Ich saß am Supreme Beachhouse in Warnemünde und lauschte den entspannten Beats.

Faul auf einem Liegestuhl lümmelnd, beobachtete ich wie fette Seemöwen den Strandgängern Fischbrötchen aus den Händen stahlen und fühlte den warmen Ostseestrand an meinen Füßen. Neoprenanzüge hingen auf einer Wäscheleine zum Trocknen, Surfboards stapelten sich seitlich an einem Zaun und wohl geformte Surfer schüttelten ihre sonnengebleichten Haare.

Okay, ich gebe zu, Letzteres war wohl eher ein Wunschgedanke von mir, trotzdem kamen mir die durchtrainierten Surfer vor der glatt gebügelten Ostsee ein wenig außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes vor. So als hätte sie jemand aus den Traumstränden Hawaiis oder Kaliforniens an die kalte Ostsee gebeamt und jetzt wussten sie nicht viel mit sich anzufangen.

Sehnsüchtig blickten sie auf den Horizont, an dem sich langsam die Silhouette einer Fähre abzeichnete.

Fährwellensurfen garantiert 365 Tage im Jahr Wellen

Warum die Surfer das Beachhouse belagerten wie die Schmeißfliegen den Erdbeerkuchen meiner Oma ist schnell erklärt: Warnemünde verfügt zwar über keine Riffe oder günstige Wetterbedingungen, aber über zwei über 30 Jahre alte Fähren der Scandlines-Flotte. Die „Prins Joachim“ und „Kronprins Frederik“ bringen alle zwei Stunden Fahrgäste vom dänischen Gedser ins beschauliche Rostock – und zwar von 8 Uhr morgens bis 22.30 Uhr am Abend.

Fährwellensurfen Warnemünde (c) TMV happybackpacker.de (11)

Je nach Ladegewicht und Tempo sorgt das klobige Unterwasserschiff der 29.900 PS-starken Motoren für einen zum Teil beeindruckenden Swell, nach dem sich die Surfer alle fünf Finger abschlecken und brav in Reih und Glied auf dem Wasser Schlange stehen bis sie an der Reihe sind.

Daniel Weiß von Supremesurf erklärte:

„Bei Windstille oder leicht ablandigen Wind türmen sich die Wellen bis zu anderthalb Meter auf – und zwar nach genauem Zeitplan. Und genau das macht den Surfspot Warnemünde so einzigartig auf der Welt, denn so genau wie eine Schweizer Uhr erreicht der Swell auf die Minute genau den Strand und dauert dann rund 15 Minuten an.“

Fünfzehn Minuten vor der Ankunft der Fähren im Warnemünder Hafen wurden die Wellen immer größer und donnerten an Land. Die letzten zwei Stunden haben die lässig am Strand liegenden Surfer auf diesen Moment gewartet. Hektisch zogen sie sich ihre Neos an, schnappten sich ihre Boards und hechteten ins Wasser. Und ich mittendrin.

Niedrige Wellen, hoher Fun-Faktor

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Das Rauspaddeln war recht easy, da die Wellen nicht sehr viel Power hatten, und keine zwanzig Meter vom Strand entfernt, paddelte ich meine erste Welle an. Die ersten Wellen sollen in der Regel die druckvollsten und damit die besten Wellen sein, weswegen ich mich zusammen mit den paar anderen Surfer angestrengt in Position brachte. Die Strömung war teilweise heftig und ich musste mich anstrengen auf Höhe zu bleiben.

Zwei, drei Wellen stand ich, aber es handelte sich wegen dem Wind eher um kleine Weißwasserwalzen als die begehrten grünen Wellen. Aber egal, der Spaß war trotzdem da, besonders weil keine obercoolen Surfer „ihre“ Wellen verteidigten und trotz des kleinen Zeitfensters der Spaß an erster Stelle stand. Absolut lässiger Fun-Factor – Warnifornia machte seinem Namen alle Ehre und gerne ließ ich mir kalifornisches Flair ins Gesicht wehen.

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Stand Up Paddle Boarder cruisten lässig ewig auf langgezogenen Wellen, drehten sich ganz easy auf dem Board und legten einen Kopfstand darauf hin, den ich nicht einmal mit den Füßen abgestützt an Land hinbekommen würde. Aber sie können mit ihren riesigen Boards sowieso die kleinsten Wellen nehmen.

Nach gut 15 Minuten beruhigte sich die Ostsee genauso schnell wie die Wellen angefangen hatten und mit breitem Grinsen lief ich zurück in das Beachhouse, fühlte mich stoked und lebendig. In zwei Stunden würde die nächste Fähre einfahren.

Ungewisse Zukunft

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Allerdings steht in den Sternen wie lange die Scandlines ihre beiden alten Fährschiffe noch einsetzt. Langfristig wollen sie diese durch moderne Schiffe ersetzen. Diese sollen dann über ein modernes Unterwasserschiff verfügen, dass weit weniger Wasser verdrängt als die beiden alten Fähren und keine Wellen mit sich bringen wird.

Daniel lachte diese Bedenken jedoch hinweg und war sich sicher, dass dieser Umbau noch in ferner Zukunft liegt. Hoffen wir mal, dass er Recht behält, denn eine garantierte Welle zwei Stunden von Berlin entfernt ist genauso gut wie die künstlich angelegte Welle mitten in der Wüste von Dubai.

Absolut geiler Fun-Factor und chillige Atmosphäre!

Surfen nach Stundenplan – Die Zeiten

✓ Die Wellen rollen alle zwei Stunden an den Strand.

Dauer: Rund 15 Minuten.

✓ Morgens fährt die erste Fähre 8:30 Uhr.

✓ Abends die Letzte 22:30 Uhr.

✓ Bei scandlines.de erfährst du die genauen Zeiten.

Beste Bedingungen für gute Wellen: Windstille oder leicht ablandiger Wind.

Wellenhöhe: Bis zu anderthalb Meter bei Idealbedingungen.

✓ Geeignet für Anfänger, Intermediate und Fortgeschrittene.

Die Fährwellen-Surfschule

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Bei supremsurf.de kannst du dir das Equipment ausleihen und alle Infos zu den genauen Zeiten erfragen.

Supremesurf Beachhouse
Warnemünde
Strandaufgang 11 – vorm Hotel Neptun

*Offenlegung: Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von auf-nach-mv.de Vielen Dank.

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