Eine Marokko Wüstentour durch die Sahara-Dünen von Erg Chebbi bietet wunderschöne Aussichten, unvergessliche Momente, viel Pfefferminztee, noch mehr arabische Tänze und einen Wüstensturm, der fast unser Zelt zum Einstürzen gebracht hätte.

Sobald wir das Atlasgebirge in Marokkos Südosten passierten, hatte ich das Gefühl, das gesamte Land besteht nur aus Sand, der ständig über die Straße wehte.

Doch der Schein trog, hinter jeder Kurve bot sich ein neues grandioses Landschaftspanorama, das direkt aus dem National Geographic zu stammen schien: verschneite Bergkuppen, tiefe Canyons, Palmenhaine, Obstplantagen und blühende Rosengärten. Auf dem Weg von Marrakesch in die Sahara-Wüste war die Stadt Ouarzazate der letzte Stopp, um noch einmal den Wagen aufzutanken und uns mit Proviant zu versorgen.

Da die ehemalige französische Garnisonsstadt nicht wirklich beeindruckte, blieben wir nicht länger als nötig und setzen den Weg auf der Staatsstraße N 10 fort, die uns zur malerischen Todra-Schlucht bringen sollte.

Todra-Schlucht

Marokko Wüstentour
Auf der Weiterfahrt in Richtung Wüste gelangten wir ein paar Kilometer hinter der staubig-trostlosen Stadt Tinerhir zur Todra-Schlucht, die den Hohen Atlas von der Gebirgskette Jbel Sarho trennt. Beim Anblick der Schlucht hörte ich entfernt einen Chor, der zum Halleluja anstimmt.

Was für ein Anblick!

Scheinbar endlos hohe Wände aus rosafarbenem und grauem Fels rahmen die N10 ein. Bei einem Halt schlängelte sich ein kristallklarer Fluss durch die Felsen und schien am Horizont zusammenzuwachsen. Ein idealer Ort, um Wandern zu gehen.

Erg Chebbi – Marokko Wüstentour in die Sahara

Marokko Wüstentour

Vom winzigen Dorf Merzouga sollten wir zum Erg Chebbi, einer der größten Dünenlandschaften Marokkos in der Sahara, gelangen.

Die Legende besagt, dass eine reiche Familie einer armen Frau und ihrem Sohn keine Gastfreundschaft gewähren wollte, und Gott deshalb dermaßen erzürnte war, dass er die Familie unter einem Sandhügel in Erg Chebbi begrub.

Die Ortschaft an der algerischen Grenze war wie ausgestorben, bis ein paar Händler vorbeikamen und uns ihre Dienste anboten, die Wüste zu zeigen. Jetzt war ich doch froh, bereits in Ouarzazate eine Marokko Wüstentour gebucht zu haben. Denn hier schien das Ende der Welt auf uns zu warten. Die Straße hörte einfach auf und führte ins Nichts des rötlich schimmernden Sandes der endlosen Wüste.

„Willkommen am Ende der Welt“, wurden wir von unserem Guide Mustafa angelacht.

Hier begann unser Abenteuer.

Während wir uns beim obligatorischen Pfefferminztee ausruhten und ich nicht an beginnende Karies in meinen Zähnen angesichts der Tonnen Zucker im Tee denken wollte, beluden die Berber ihre Kamele mit allem, was wir in den kommenden Tagen benötigen würden.

Plötzlich kam Leben in die Karawane und die Kamele trotteten im Gänseschritt gemütlich auf uns zu.

Auf die Kamele

Marokko Wüstentour
Ich versuchte cool zu bleiben, als ich mich auf mein verträumt dreinblickendes Kamel setzte und es sich gemächlich hochschaukelte. Allerdings war ich überrascht, wie groß so ein Tier ist und purzelte fast auf der anderen Seite wieder hinunter.

Als alle im Treck auf ihren Wüstenschiffen saßen, schaukelten wir langsam und gemächlich hinein in die rote Wüste. Die Tiere waren hintereinander angebunden und wurden von unseren beiden Guides geführt. Ich hörte keine Geräusche und fühlte mich wie in einem Meer aus Sand, dessen Dünen teilweise Höhen von bis zu 160 Meter erreichen.

Selbst im grellen Mittagslicht leuchteten die Dünen in einem atemberaubenden rosa-goldenen Ton.

Campen unter den Sternen

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Nach ein paar Stunden gemächlichen Dahintrottens, das fast eine hypnotische Wirkung auf mich hatte, gelangten wir an ein provisorisches Camp im Schatten einer Sanddüne, das unser Nachtlager werden sollte. Schnell entluden wir unsere Kamele und sicherten uns einen Platz im Camp, bevor die Sonne untergehen konnte.

Zum Sonnenuntergang leuchteten die Dünen im tiefsten Rot und urplötzlich wurde es sehr kalt und windig.

Eine Nacht in der Sahara-Wüste

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Das Lager bestand aus drei mit Planen abgedeckten Teppichen, auf denen wir unsere Schlafsäcke ausrollten. Wir fanden uns in der Mitte auf einem weiteren Teppich ein und genossen Couscous, tranken Tee und sahen die Sterne an. So klar und hell funkelten die, dass ich sie fast greifen wollte.

Mustafa und sein junger Helfer Youssef erzählten von ihrem harten Leben in der Wüste, kramten eine Trommel hervor und sangen alte Lieder. Wir tanzten und Mustafa zeigte mir, wie ein Berber seinen Schal bindet, um sich gegen den penetranten Wüstensand zu schützen.

Eisiger Sandsturm

Schon nach kurzer Zeit zeigte uns die Wüste, wozu sie fähig war und ein Sandsturm ließ uns in unsere notdürftig abgedeckten Planen flüchten.

Der Sand wirbelte über den Boden, knirschte in den Zähnen und trommelte an den Körper.

Das Sehen fiel schwer und das Schlafen genauso. Es war eisig kalt und der Wind heulte gegen die Planen. Ich war froh, meinen warmem Mumienschlafsack eingepackt zu haben, packte mir vorsichtshalber noch einen naheliegenden Teppich darüber und kuschelte mich tiefer in meinen Schlafsack.

Unterwegs in der Sahara

Marokko Wüstentour
Am nächsten Tagen war alles ganz still und es ging weiter durch die menschenleere Wüstenlandschaften.

Ab und zu machten wir halt an besonders ansehnlichen Sanddünen und genossen unter sengender Sonne einen atemberaubenden Blick auf die endlose Weite.

Das Ende der Welt ließ sich so gut aushalten.

Wichtige Fragen vor deiner Marokko Wüstentour

✓ Wie groß ist das Camp und wie viele Leute werden nachts dorthin geführt?
Billigere Touren haben meist dasselbe Ziel. Möchtest du die Nacht unter Sternen in den Dünen verbringen, musst du dir einen Anbieter mit einem gesonderten Camp aussuchen oder eine längere Tour buchen.

✓ Wie weit ist es bis zum Camp?
Nicht jeder ist für das Dromedarreiten geschaffen – manche Leute werden davon seekrank, andere wund. Wer auf eine lange Tour geht, sollte Tabletten gegen Reisekrankheit und Speisestärke oder Talkumpuder mitnehmen.

✓ Spricht der Tourguide Englisch oder eine andere Sprache, die ich kann?
Das ist für einen unwahrscheinlichen Notfall in der Wüste wichtig und macht peinliche Erklärungen mit Gesten, wenn du mal aufs Klo musst, unnötig.

Marokko Wüstentour Kosten: Für Touren mit Übernachtung in einem Berberzelt, Abendessen und Frühstück werden zwischen 400 und 650 Dh pro Nacht fällig.

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