Ich muss euch heute einmal etwas gestehen: Ich bin ein großer Astrologie-Fan und ich rede hier nicht von zusammengeschusterten Praktikantenarbeiten in diversen Zeitschriften, die meine Oma immer liest sondern intensiv ausgewertete Horoskope mit Berechnung der Planeten zur Geburtszeit und -ort.

Umso begeisterter war ich, als ich auf Teneriffa auf dem atemberaubenden Vulkan El Teide stand und von einer Sternenbeobachtung mit Discover Experience hörte.

Auf dem höchsten Berg Spaniens genießen Astronomen einen spektakulären Ausblick auf einen funkelnden Sternenhimmel, der dank fehlender Zivilisation und angrenzender Städte außergewöhnlich hell leuchtet.

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Gleich am Anfang unseres Ausfluges stellte unser Guide Miguel Angel Pérez Hernández jedoch klar, dass es sich bei der Astrologie keinesfalls um eine Wissenschaft handele sondern um esoterischen Hippiekram, der absolut nichts mit der Astronomie zu tun hätte, die er uns an jenem Abend näher bringen wollte.

Ok verstehe, meinen angekündigten Geldsegen im kommenden Jahr kann ich also nun offiziell bestätigt abhaken. Muchas gracias.

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Als das geklärt war, fing Miguel an, uns die Milchstraße, einige Himmelskonstellationen und hell leuchtende Sterne wie die Venus zu zeigen.

Schon oft starrte ich bei derartigen Erklärungen ein dunkles Loch in den Himmel und konnte beim besten Willen die beschriebenen Wagen und Planeten nicht entdecken. Doch Miguel war kein Anfänger und holte den größten Laserpointer hervor, den ich je gesehen habe.

Wie Han Solo schwang er damit im Sternenhimmel umher, damit auch blinde Hühner wie ich wissen, wo sich der Polarstern oder die Venus befinden und wie man sich am Sternenhimmel ohne seine Hilfe orientieren kann.

Sternenbeobachtung mit Teleskopen

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Dabei hielt er sich natürlich das Highlight bis zum Schluss auf: Ein Blick durch sein Sternen-Teleskop enthüllte einen flammend rot-gelben Saturn, dessen Ringe deutlich erkennbar waren. Nacheinander durfte jeder in unserer Gruppe durch das Teleskop schauen und nacheinander wurden „Ahs“ und „Ohs“ laut.

Was für ein atemberaubender Anblick im dunklen Sternenhimmel.

So deutlich war der Planet zu erkennen, dass sogar ein paar Monde daneben sichtbar wurden. Fast bereute ich meine Entscheidung aus der neunten Klasse, als ich Astronomie abwählte, weil ich entgegen meiner Erwartungen nicht die ganze Stunde verträumt in den Himmel starren durfte sondern Pis und andere fiese Mathesachen lernen musste.

Größtes Sonnenteleskop Europas

Sonnenteleskop (c) Anja Knorr
Mein Interesse war jedenfalls geweckt und um noch mehr über Sternenbeobachtung zu lernen, fuhren wir am nächsten Morgen zum nahegelegenen Observatorio del Teides, das das größte Sonnenteleskop Europas beherbergt und Gregor genannt wird.

Gregor verfügt nach Angaben des Instituts für Astrophysik der Kanaren (IAC) über ein optisches System, das in der Lage ist, Bilder von einer so hohen Qualität zu machen, dass Wissenschaftler detailgenau die Sonne untersuchen können wie etwa Windturbulenzen oder Temperaturunterschiede.

Leider konnten wir Gregor mit seinem beeindruckenden 1,5 Meter großen Hauptspiegel nicht besuchen, doch ein anderes Teleskop öffnete seine Pforten. Durch das Fernrohr sah ich unsere flammende Sonne, auf der gerade einige Stürme und Explosionen tobten.

Zur Sternenwarte gehört ein Besucherzentrum, das in einer leer stehenden Kuppel untergebracht ist und mit einer Fülle von Ausstellungsobjekten ausgestattet wurde, die der Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen dienen.

Es bietet Platz für rund vierzig Personen und wird benutzt, um den Besuchern zu erklären, woraus ein Observatorium besteht, wie Teleskope funktionieren und welche Bedeutung die Astronomie für Menschen besitzt.

Um uns aus einem langsam einsetzenden Tiefschlaf angesichts so vieler wissenschaftlicher Informationen zu holen, schaltete Miguel bei seinen Ausführungen Infrafrot-Lichter an und wir saßen unseren in elektromagnetische Wellen-leuchtenden Alter Egos gegenüber.

Wieder gab es allseitige „Ahs“ und „Ohs“ und half mir durch mühsame Physikausführungen.

Infrarot (c) Anja Knorr

Der Eintritt ins Gelände ist kostenfrei und Besucher müssen sich vor dem Besuch lediglich anmelden, um von Mitarbeitern durch das Observatorium geführt werden zu können.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Tenerife Tourism und Condor.

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