Die Cookinseln standen schon lange hoch oben auf meiner Bucketliste und der Südpazifik gehört definitiv zu einem der Traumziele von mir seitdem ich als Kind zum ersten Mal Westfernsehen sehen durfte und immer wieder Traumschiff-Episoden bei meiner Oma verschlang. Was du alles für deine Reise ans andere Ende der Welt wissen musst sowie alle Infos rund um den Urlaub, Klima, Anreise zu den Cookinseln und das das Ganze gar nicht so viel kosten muss, liest du exklusiv hier auf Happybackpacker. Hol dir auch meine Backpacking Packliste, um optimal auf deinen Trip vorbereitet zu sein.

Als eines Tages eine Einladung meiner in Neuseeland lebenden Freundin Kristin in meinem Briefkasten lag, mit der sie mich zu ihrer Hochzeit auf den Cookinseln einlud, stand für mich sehr schnell fest, dass ich dorthin fliegen musste. Mit Kristin habe ich eine wunderschöne Zeit in Australien verbracht, wir fuhren die gesamte Ostküste ab und gingen gemeinsam durch dick und dünn – Heimweh, Liebeskummer, Fern- und Heimweh inklusive.

Da spielte es auch gar keine Rolle, dass ein Flug auf die Cookinseln im vierstelligen Bereich lag und der Flug einmal um die Welt mehr Zwischenstopps beinhaltete als ich an einer Hand abzählen konnte und insgesamt mehr als dreißig Stunden dauerte.

Und zwar weil ich schon bei der Ankunft am Flughafen von Rarotonga mit Aloha-Feeling und Ukulele-Klängen der Flughafenband begrüßt wurde. Bereits beim Hinabsteigen der Gangway die saftig-grünen Berge der Cookinseln bewundern konnte und eine freundlich lächelnde Damen mir und allen anderen Ankommenden Blumenketten um den Hals legten.

Frau Blume Haar Cookinseln (c) Anja Knorr

Die berühmte „Island Time“ der Südsee, die es mit der Uhrzeit nicht ganz so genau meint, stellte sich bei mir ganz automatisch um und innerhalb kürzester Zeit war ich so tiefenentspannt wie die dauergrinsenden Einheimischen. Wieder einmal fragte ich mich, warum wir Deutschen es nicht dauerhaft hinbekommen, das Leben gelassener anzugehen?!

Die Cook Islander schienen immer Zeit zu haben. Zu lachen. Zu leben und für ihre Familie da zu sein. Wie selbstverständlich tragen sie Blütenkronen im Haar, Blumenketten um den Hals oder einzelne Blüten hinter dem Ohr. Ich fühlte mich zuhause angekommen und willkommen am äußersten Ende dieses Planeten und musste unwillkürlich lächeln.

Dein Cookinseln Reiseführer

Muri Lagoon Cook Islands (c) Anja Knorr (2)

Hauptstadt – Avarua auf Rarotonga, ca. 5.400 Einwohner

Fläche – 242 km², verteilt auf 15 Inseln, von denen Rarotonga (62 qkm) die Größte ist.

Lage – 3.000 km nordöstlich von Neuseeland.

Einwohner – 18.600 (Juni 2011)

Sprache – Englisch und Cook Islands Maori

Währung – Neuseeland-Dollar, 1 NZD = 0,61 €

Zeitzone – UTC−10 bzw. UTC−12 in der europäischen Sommerzeit

Telefonvorwahl – +682

Strom – 240 V, 50 Hz, 3-poliger Flachstecker wie in Australien

Landesweiter Notruf – 17 (Polizei) / 18 (Feuerwehr)

Einreise und Visum – Bis max. einen Monat ist kein Visum nötig. Der sechs Monate gültige Reisepass reicht aus.

Budget – Rund 40 – 50 NZD pro Tag

Trinkgeld – Trinkgelder sind in der Südsee weder im Restaurant noch im Hotel üblich, teilweise sogar verpönt

Klima – Gemäßigtes Tropenklima (Regenzeit: Dezember bis März) mit viel Wind. Alle zwei bis drei Jahre suchen in der Regenzeit tropische Wirbelstürme die Inseln heim. Im Winter zwischen Juni und August kann es recht kalt werden: 18 – 25°C.

Beste Reisezeit – Im Frühling zwischen September und November sowie der zweiten Herbsthälfte im Mai.

Sicherheit – Die Cookinseln sind absolut sicher und gerade für alleinreisende Frauen sehr zu empfehlen.

Verkehr – Auf den Cookinseln herrscht Linksverkehr und Gurtanlegepflicht. Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h.

Impfungen – Es gibt weder tropische Krankheiten noch giftige Tiere. Impfungen sind nicht vorgeschrieben, aber generell solltest du die üblichen Standardimpfungen Tetanus, Polio, Diphtherie immer auffrischen.

Kleidung – Leicht und leger, aber abseits der Strände solltest du immer züchtiger unterwegs sein Gerade in kleinen Dörfern auf knappe Bekleidung verzichten. Im Juli und August ist es kühler und für die Abende wärmere Kleidung oder ein Tuch nicht vergessen.

Internet – Internettechnisch befindest du dich auf den Cookinseln noch in der Steinzeit. Es gibt einfach kein flächendeckendes Internet und die paar Hotspots sind sündhaft teuer. Im Edgewater Ressort habe ich mir für 50 NZD $ ein Datenvolumen von 1000 MB gekauft und an manchen Orten wie dem Vara’s Backpackpacker kriegst du für rund 10 NZD eine Stunde Internet. Das sind rund 7 € pro Stunde!

Traditionelle Gerichte – Das solltest du unbedingt probieren

Ananas Cookinseln (c) Anja Knorr

Rori – Seegurke. Entweder roh oder gekocht gegessen wird sie normalerweise mit Butter, Knoblauch und Gewürzen serviert.

Ika – Dieses Gericht besteht, ähnlich dem Ceviche in Peru, aus rohem in Zitronensaft eingelegtem Fisch.

Rukau – Die Blätter der Taropflanze werden mit Kokosnusscreme, Salz und Zwiebel gemischt und sieht eigentlich aus wie Spinat und schmeckt auch so.

Umukai – Wie das Lomo auf den Fidschi-Inseln wird dieses Gericht traditionell im Erdofen gekocht. Der Ofen ist mit Brennholz und Basaltfelsen gefüllt und ein Grill aus Bananenzweigen wird über die heißen Steine gepackt. Fleisch, Ika und Gemüse werden in Bananenblättern gerollt und in den Ofen gepackt. Dann wird der Ofen rund drei Stunden abgedeckt und anschließend unheimlich leckeres Essen ausgewickelt.

Tangaroa – Auch als Raro Bikini Remover bekannt. Wird im Edgewater Ressort serviert und besteht aus einer unglaublichen 1,8 Liter großen Fisch Bowl gefüllt mit Gin, Wodka, Rum, Bourbon, Triple Sec, Tequila, Ginger Ale, Cola und Zitronensaft.

Kokosnusssaft – Frisch aus der Kokosnuss getrunken gibt es wohl keinen gesünderen und leckeren Saft auf dieser Welt.

Wusstest du, dass auf den Cookinseln…

Fruits of Rarotonga Cook Islands (c) Anja Knorr (1)
… praktisch kein Verkehr herrscht? Es gibt nur sehr wenige Autos, dafür umso mehr Roller und Taxis praktisch nur auf Rarotonga. Die Kosten für Taxifahrten betragen etwa 2 Euro/km.

… die größte Insel Rarotonga ist und du die rund 32 Kilometer lange Inselumrundung in weniger als einer Stunde schaffst?

… Königin Elizabeth II. in ihrer Eigenschaft als Königin von Neuseeland durch einen Repräsentanten der Queen Staatsoberhaupt ist? Die Cookinseln sind ein selbst verwaltetes Territorium in „freier Assoziierung mit Neuseeland“ und sind somit parlamentarisch-demokratische Monarchie im Commonwealth obwohl sie technisch seit dem seit dem 4. August 1965 unabhängig sind. Die Cookinseln sind für interne Angelegenheiten eigenverantwortlich, Neuseeland behält sich jedoch die Verantwortung für Außenpolitik und Verteidigung im Einvernehmen mit den Cookinseln vor.

… daher jeder Cook Islander das Recht auf einen neuseeländischen Pass hat? In Neuseeland leben heutzutage mehr als 50.000 Cook Islander und damit mehr als doppelt so viel als in ihrer Heimat.

3 Dollar-Bankscheine im Umlauf sind, mit denen du legal bezahlen kannst?

alles Land im Familienbesitz bleiben muss, nur bis zu sechzig Jahren verpachtet werden kann und das auch nur nach Genehmigung der Gemeinde. Daher befinden sich die meisten Restaurants und Hotels in Familienbesitz.

… keine großen Hotelketten angesiedelt sind, kein KFC und McDonalds?

… die Schwarzen Südseeperlen das beliebteste Souvenir ist und die Cookinseln der zweitgrößte Produzent der Schwarzen Perlen sind?

Die wichtigsten Cook Islands Maori Wörter

Kokosnüsse Cookinseln Strand (c) Anja Knorr

✓ Kia Orana = Hallo

✓ Aere ra = Auf Wiedersehen

✓ Meitaki = Danke

✓ Tapu = Eintritt verboten

✓ ‚Ae = Ja

✓ Kare = Nein

✓ Mataora = Glücklich

✓ Kai = Essen

✓ Ra = Sonne

✓ Marama = Mond

✓ Moana = Ozean

✓ Maunga = Berg

✓ ‚Ura = Tanzen

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Cookinseln

Strand Palmen Cookinseln (c) Anja Knorr

Avarua Punanga Nui Market in Avarua

Die Hauptstadt der Cook Inseln Avarua liegt auf der Hauptinsel Rarotonga und ist winzig klein. Der Avarua Punanga Nui Market findet einmal die Woche Samstagmorgen statt und es gibt frisches Obst und Gemüse zu kaufen sowie Perlen und handgeschnitzten traditionellen Holzschmuck.

Jetblast Aera vom Flughafen auf Rarotonga

Avarua Airport Cookinseln (c) Anja Knorr
Ein paar Mal am Tag fliegen die Flugzeuge im Tiefflug Rarotonga an. Und zwar so nah, dass du fast die Maschine berühren kannst beim Ladeanflug. Diese sogennannte Jetblast Area führt auf Rarotonga über eine schmale Straße und hinaus auf den Ozean. Völlig ungesichert! Mehrmals am Tag ist das ein absolutes Highlight und eine kleine Menschentraube findet sich zusammen, um den Wind und die Kraft der Flugzeuge zu spüren.

Die Muri Lagune

Muri Lagoon Cookinseln SUP girl

Muri Lagoon Cook Islands (c) Anja Knorr (1)

Muri Lagoon Cook Islands (c) Anja Knorr (3)
Die Muri Lagune mit ihren traumhaft weißen Sandstränden versprüht wahrhaftige Südseeidylle und ist wegen seiner geschützten Lage ein Paradies für Wassersportler.

Außerdem finden dort mehrmals in der Woche der Muri Nightmarket statt, auf dem Einheimische günstig selbstgemachte Leckereien für wenig Geld anbieten und sich ganz Rarotonga zu treffen scheint.

Polynesische Tänze und Gesänge

Polynesischer Tanz Cookinseln (c) Anja Knorr (1)
Die Tänze und Gesänge der Südsee faszinieren mich und ich liebe die sehnsuchtsvollen Klänge. Es sieht so anmutig und elegant aus wie die Frauen ihre Hüften und die Männer ihre Knie kreisen lassen. Die Cook Islander lieben ihre Tänze und an jeder Straßenecke scheint es, Tanzstudios zu geben. Eine Tanzshow zu erleben sollte auf jedem Programm stehen.

Gehe Sonntagmorgens in die Kirche

Kirche Cookinseln (c) Anja Knorr (1)

Kirche Cookinseln (c) Anja Knorr (2)

Okay, daheim in Deutschland gehe ich meistens nicht in die Kirche, aber ein Kirchgang auf Rarotonga ist ein echtes Erlebnis. Die ganze Gemeinde putzt sich heraus und empfängt Fremde gleichermaßen wie langjährige Gemeindemitglieder.

Die Frauen tragen kunstvoll geflochtene Hüte und die Gesänge sind mehrstimmig und eindrucksvoll. Die Atmosphäre ist herzlich und ich wurde zusammen mit anderen Gästen nach dem Gottesdienst zu einem kleinen Imbiss und Kaffee und Kuchen geladen. Ich war zutiefst gerührt, als mir eine alte Dame, die kaum laufen konnte, ihren selbstgemachten Kuchen anbot.

Wandere einmal quer über die Insel – Der Needle Walk

Needle Walk Cookinseln (c) Anja Knorr (1)
Egal, wo ich mich auf Rarotonga befand, der majestätische Te Rua Manga begleitete mich auf all meinen Wegen. Er ragt 400 Meter über dem Meeresspiegel aus dem Wasser und bietet spektakuläre Aussichten über den tropischen Regenwald.

Te Rua Manga Cookinseln (c) Anja Knorr (1)

Der Aufstieg ist zum Teil recht waghalsig und rutschig und von der Avatiu Road nahe Avarua mit einer Stunde auch gar nicht so lange. Die Aussicht auf das Papua-Tal ist gigantisch.

Schnorcheln am Café Fruits of Rarotonga

Fruits of Rarotongae Cookinseln (c) Anja Knorr
Südlich von Muri Beach führt die Straße direkt am azurblauen Meer vorbei und ermöglicht unglaublich schöne Aussichten. Direkt an der Straße befindet sich auch das kleine Café Fruits of Rarotonga. Von dort lief ich die paar Schritte zum Strand hinunter, setzte mir eine Schnorchelmaske auf und tauchte ins Wasser ein. Die bunten Rifffische, Seesterne und farbenfrohen Korallen sind wirklich einzigartig und durch das der Insel vorgelagerte Riff ist das Schwimmen in der Lagune auch wunderbar geschützt.

Tauchen auf den Cookinseln


Eigentlich reicht das Schnorcheln auf den Cookinseln völlig aus, da das Riff schnell steil abfällt und das Wasser zu tief ist zum tauchen und doch liebe ich es in die Tiefe abzutauchen.

Leihe dir einen Motorroller aus

Motorroller girl Strand (c) Anja Knorr
Die Insel lässt sich in weniger als einer Stunde locker mit dem Motorroller umrunden, es gibt kaum ein öffentliches Verkehrssystem und Roller sind schon für 10 NZD pro Tag zu haben. Und es gibt wohl nichts Schöneres als den frischen Meereswind auf dem Gesicht zu spüren und auf eigene Faust die Insel zu erkunden.

Besuche die anderen Inseln

Air Rarotonga Cookinseln (c) Anja Knorr
Die Cookinseln bestehen aus 15 Inseln, die in der südlichen Gruppe die Hauptinsel Rarotonga, Aitutaki, Atiu, Mangaia, Manuae, Mauke, Mitiaro, Palmerston und Takutea ausmachen sowie in der nördlichen Gruppe die Inseln Manihiki, Nassau, Penrhyn, Pukapuka, Rakahanga und Suwarrow. Sie sind zum Teil nur schwer zugänglich und liegen weit verstreut im Pazifik.

Gerade das paradiesische Aitutaki mit seiner Südsee-Idylle und das ursprüngliche Atiu eignen sich hervorragend für einen Besuch und der FLug an sich ist schon ein Highlight über einsame Atolle.

Wo kann ich auf den Cookinseln abfeiern?

Hochzeit Cookinseln (c) Anja Knorr (2)
Für die ultimative Party gehst du Freitag abend zuerst in die Whatever Bar und danach in die daneben gelegene Rehab. Oder umgekehrt. Erwarte nicht zu viel, eigentlich werden die Bars nur voll, wenn der Partybus einen Stopp dort einlegt. Überhaupt ist nur Freitag der große Abend, ansonsten herrscht tote Hose.

Auf den Cookinseln werden jährlich über 700 Hochzeiten gefeiert und vielleicht versuchst du es einmal als Wedding Crasher. Ich habe jedenfalls an einem Tag fünf Hochzeiten gesehen und bin mir sicher, es wäre gar nicht aufgefallen, wenn ich mich dazu geschummelt hätte.

Adresse: Avarua District

Aroa Beachside Inn

Aora Beachside Cookinseln (c) Anja Knorr
Die besten Cocktails zum Sonnenuntergang direkt am Strand! Die Adressen hören sich auf den Cookinseln immer ziemlich dodgy an, aber Rarotonga ist dermaßen klein, dass du im Grunde genommen nur auf der Hauptstraße fahren und deine Augen aufhalten musst.

Adresse: Arorangi Rarotonga Cook Islands, Rarotonga, Cookinseln

Trader Jacks Bar & Grill

Wie hören sich All day Happy Hour an und Ausblick aufs Meer?

Adresse: Ara Tapu, Avarua District, Cookinseln

Bestes Restaurant der Cookinseln

Ich war zum Teil wirklich überrascht, wie fettig und frittiert das Essen auf den Cookinseln ist. Auch frische Gerichte sind keine Selbstverständlichkeit.

Mein Favorit war daher das Kikau Hut, die frischen Fisch servieren und ihn nicht in Fett ertränken. Frisches Gemüse, Taro und gesunde Alternativen zu den omnipräsenten Burgern

Adresse: Kikau Hut auf Rarotonga zwischen dem Edgewater Ressort und dem Flughafen.

Für deine Reise empfehle ich Dir die Gratis-DKB Kreditkarte, mit der Du weltweit Geld abheben kannst – völlig umsonst!